2003 wurde in Oberösterreich der Tiergesundheitsdienst (TGD) gegründet, um durch Beratung der landwirtschaftlichen Tierhalter und Betreuung der Tierbestände die Tiergesundheit zu fördern. Seither ist es Gottfried Schoder, der als Geschäftsführer an der Spitze des Vereins steht. Aufgrund seiner bevorstehenden Pensionierung wurde nun Barbara Leeb zu seiner Nachfolgerin bestellt, sie wird per 1. Oktober 2026 die Geschäftsführung übernehmen. Leeb ist Tierärztin und bereits seit 2005 tierärztliche Mitarbeiterin im OÖ Tiergesundheitsdienst.
„Tierwohl ist gelebte Praxis auf den bäuerlichen Betrieben und der TGD ist dabei ein wichtiger Partner“, betont Rosemarie Ferstl, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ. Als das Bundesland mit den meisten tierhaltenden Betrieben verfüge man hierzulande auch über entsprechend hohe Mitgliedszahlen „Grundsätzlich ist die Teilnahme am TGD freiwillig, für viele Qualitätsprogramme aber verpflichtend, weil sie als Baustein in der Qualitätssicherung dient“, so Ferstl.
Dem langjährigen Geschäftsführer Gottfried Schoder dankt Ferstl für sein großes Engagement. „Er hat wesentlich zur heutigen Stärke des Tiergesundheitsdienstes beigetragen“, so Ferstl.
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Ein "unverzichtbarer Partner" für Tierhalter
Leeb will den TGD „als unverzichtbaren Partner für Tiergesundheit, Tierwohl und eine zukunftsorientierte, nachhaltige Nutztierhaltung" weiter stärken. In Oberösterreich sei man als größter österreichischer Tiergesundheitsdienst mit eigenem veterinärmedizinischem Labor bereits sehr gut aufgestellt. Ein Arbeitsschwerpunkt werde die Weiterentwicklung der Tiergesundheitsprogramme sein. „Mir ist wichtig, dass die Programme auch regelmäßig evaluiert werden, dass wir den Teilnehmern deren Nutzen auch zeigen können“, sagt Leeb. Die vorhandenen Gesundheitsdaten müssten genutzt werden und in die tägliche Arbeit von Tierärzten und Betrieben einfließen. Für das Umsetzen von Tiergesundheitsmaßnahmen sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Tierärzteschaft, landwirtschaftlichen Betrieben, Beratung und Verbänden, aber auch der Wissenschaft nötig. Auf ihrer Agenda steht auch ein verantwortungsvoller Arzneimitteleinsatz. „Es ist klar, dass wir im Tierbereich die Arzneimittel brauchen, aber auch wichtig, den Überblick zu behalten beim Antibiotikaeinsatz“, so Leeb.
Expertise im Umsetzen von Gesundheitsprogrammen
„Barbara Leeb verfügt durch ihre bisherige Arbeit, unter anderem im Fachbereich Schwein, über breite Expertise in der Entwicklung und Umsetzung von Gesundheitsprogrammen sowie in der Zusammenarbeit mit Tierärzten, landwirtschaftlichen Betrieben, Verbänden und Forschungseinrichtungen. Mit ihr als Tierärztin in der Geschäftsführung setzen wir ein deutliches Zeichen für den Wandel im Berufsstand“, sagt Andreas Jerzö, der stellvertretende Vorsitzende im TGD OÖ und Präsident der OÖ Tierärztekammer.
Veterinärdirektor: Leistungen für die Öffentlichkeit
Oberösterreichs Veterinärdirektor Thomas Hain sieht den Tiergesundheitsdienst auch „als verlässlichen Partner des öffentlichen Veterinärwesens, wo viele Leistungen für die Öffentlichkeit erbracht werden.“ Etwa Biosicherheit, pathologische Untersuchungen in der Tierkörperverwertung Regau oder die Untersuchung von Tankmilchproben im TGD-Labor in Ried im Innkreis, was in Summe dem Ausschluss von Tierseuchen ebenso diene wie Erfolgen im Export.
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Von links: Michael Wöckinger, Thomas Hain, Barbara Leeb, Andreas Jerzö, Rosemarie Ferstl und Gottfried Schoder.
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TGD OÖ: 9.710 Betriebe
Aktuell sind 9.710 Betriebe und 326 Tierärzte Mitglieder im OÖ TGD. Die Teilnahme bietet Rechtssicherheit bei der Einbindung der Tierhalter in die Behandlung der Tiere (Arzneimittelsicherheit) und unterstützt bei der Absicherung der Tiergesundheit. Geboten wird ein umfangreiches Angebot in den Bereichen Diagnostik, Weiterbildung sowie bei Gesundheitsprogrammen. Eine tragende Säule ist das eigene TGD-Labor in Ried im Innkreis, wo jährlich eine Vielzahl an Untersuchungen durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit mit dem Qualitätslabor Österreich und dem Landesverband für Leistungsprüfung und Qualitätssicherung in OÖ ermöglicht die effiziente Handhabung und Kostenreduktion bei Probenahme- und Logistikkosten.
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