Nach drei guten Jahren ist die Situation am Schweinemarkt heuer mehr als angespannt. Die Erzeugerpreise sind eingebrochen, während die Produktionskosten weiter gestiegen sind. Die Marktlage sei sowohl bei den Mästern, als auch bei den Ferkelerzeugern „höchst problematisch", wie auf der VLV-Generalversammlung in Oberösterreich berichtet wurde.
Hoher Bedarf an Investitionen bis 2034
Die Mäster sind laut VLV-Geschäftsführer Johannes Gangl, heuer mit dem „höchsten Tiefpreis“ gestartet und sahen sich teilweise sogar über mehrere Wochen hinweg mit negativen Deckungsbeiträgen konfrontiert. Zuletzt zeigte die Preiskurve wieder leicht nach oben.
Der ungewöhnliche Preissturz bei den Mastschweinen habe sich auch massiv negativ auf die Ferkelerzeuger ausgewirkt. „Keiner der Betriebe, auch wenn er noch so gut ist, bringt heuer eine Vollkostendeckung zusammen“, betonte Ferkelring-Geschäftsführer Johann Stinglmayr. Das sei insofern problematisch, da der Branche in den nächsten Jahren ein „immenser Investitionsbedarf“ bevorstehe.
Um den gesetzlichen Mindeststandard bis 2034 zu erreichen, müsste vorsichtigen Berechnungen zu folge ein Betrieb mit 50 Sauen um die 400.000 Euro investieren. Bei einem spezialisierten Ferkelproduzenten mit 150 Zuchtsauen oder einem geschlossenen Betrieb mit 850 Mastplätzen gehe es bereits um Summen von mehr als einer Million Euro.
Damit die Betriebe diese Summen überhaupt in die Hand nehmen, brauche es vor allem Rechtssicherheit. Ebenso notwendig seien raschere und erleichterte Genehmigungsverfahren. Zudem fordert die Branche ein neues Investitionsprogramm, bei dem die Fördermittel über die gesamte Periode ausreichend zur Verfügung stehen und die förderbare Investitionssumme sowie der Fördersatz deutlich angehoben werden.
Neuwahl: Brandmayr und Reisecker bestätigt
Die VLV-Generalversammlung stand heuer auch im Zeichen der Neuwahl. Obmann Markus Brandmayr und Stellvertreter Thomas Reisecker stellten sich der Wiederwahl und wurden mit großer Mehrheit bestätigt.
In Summe hat die Erzeugergemeinschaft, die circa 40 Prozent aller oberösterreichischen Schweine vermarktet, im vergangenen Jahr einen Umsatz von 235 Millionen Euro erzielt – davon entfallen circa drei Viertel auf die Mäster und Schweinebörse und der Rest auf die Ferkelproduktion.
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