Birne erlebt eine Renaissance: Roithmeier, Waldenberger und Hoffelner

Copyright © LKOÖ

Obstbau: Kleine Früchte, gute Qualität

Hitze und Trockenheit haben dem oberösterreichischen Obstbau zugesetzt. Bei Äpfeln und Birnen sind heuer teilweise deutliche Ertragseinbußen zu erwarten. Die Qualität der Früchte ist hingegen ausgezeichnet.

Oberösterreichs Obstbauern stehen vor einer herausfordernden Erntesaison. Trockenheit und hohe Temperaturen haben deutliche Spuren hinterlassen. Da die Früchte heuer häufig kleiner ausfallen, sind in manchen Anlagen erhebliche Ertragseinbußen zu erwarten. Dafür aber ist die Qualität ausgezeichnet. „Das Obst überzeugt mit ausgezeichnetem Geschmack, einer feinen Süße und hoher Qualität“, erklärt Andreas Hoffelner, Obmann der OÖ Obstbauern.

Bis zu 50 Prozent weniger Ertrag bei Kernobst

Wie stark die Trockenheit die Erträge trifft, hängt von Kultur, Anlagenform und Lage ab. Während etwa bei Kirschen und Marillen eine gute Ernte eingebracht werden konnte, sind beim Kernobst teilweise Schäden von 50 Prozent und mehr zu erwarten. Sonnenbrand, zu kleine und damit nicht vermarktungsfähige Früchte sowie Baumausfälle – insbesondere in jungen Anlagen – zählen zu den größten Problemen. „Jede Sorte leidet anders. Bei gewissen Sorten haben wir heuer 50 Prozent weniger Ertrag. Problematisch ist vor allem die geringere Fruchtgröße, die der Handel nicht annimmt“, erklärt Georg Roithmeier vom Kronbergerhof in Scharten. Auf seinem Betrieb werden rund drei Viertel des Obstes über eine Genossenschaft an den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet. Der Rest wird direkt verkauft oder zu Säften, Most, Edelbränden und Marmeladen verarbeitet.

Investitionen in die Wasserversorgung nötig

Die zunehmenden Trockenperioden stellen den Obstbau vor eine grundsätzliche Herausforderung. Apfel- und Birnenanlagen benötigen während der Vegetationsperiode ausreichend Wasser. Besonders gefährdet sind junge Anlagen, deren Wurzelsysteme noch nicht tief genug entwickelt sind.

Aus Sicht der Landwirtschaftskammer braucht es deshalb Investitionen in Bewässerungsinfrastruktur, Leitungsnetze und Wasserspeicher. „Damit Oberösterreich auch künftig qualitativ hochwertiges Tafelobst produzieren kann, braucht es entschlossene Investitionen in Wassermanagement, Forschung und Klimaanpassung“, fordert LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger. Darüber hinaus wird eine Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Bewässerungsanlagen und Wasserspeicher gefordert.

Risikoabsicherung soll ausgebaut werden

Neben dem Klimawandel belastet auch der internationale Wettbewerbsdruck die Obstbaubetriebe. Waldenberger fordert daher abermals eine Senkung der Lohnnebenkosten für Saison- und Erntearbeitskräfte sowie faire Wettbewerbsbedingungen bei Importen.

Auch bei der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 sieht die Landwirtschaftskammer Handlungsbedarf. Investitionen in Neuanlagen, die Erneuerung von Obst- und Dauerkulturen sowie Schutzmaßnahmen wie Hagelnetze und Bewässerung sollen weiterhin ausreichend unterstützt werden.

Zudem soll die Risikoabsicherung weiterentwickelt werden. Ernteversicherungen gegen Dürreschäden sollten künftig auch für weitere Obstkulturen angeboten werden. Denn eines zeigt die heurige Saison deutlich: Die Qualität stimmt – doch ohne ausreichende Wasserversorgung wird es für den Obstbau zunehmend schwieriger, stabile Erträge zu erzielen.

Erwerbsobstbau in Zahlen

320 Betriebe betreiben in Oberösterreich Erwerbsobstbau auf insgesamt etwa 1.320 Hektar. Damit sind die Flächen entgegen dem österreichweiten Trend weitgehend stabil. Bei den Birnen ist sogar eine deutliche Zunahme zu verzeichnen: Die Anbaufläche liegt mittlerweile bei rund 54 Hektar und ist damit seit 2016 um etwa 30 Prozent gewachsen. Äpfel werden derzeit auf rund 340 Hektar kultiviert.

Weitere Artikel