Finger zeigt auf ein Borkenkäfer-Loch samt Bohrmehl an einem Baumstamm.

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Jeder Borkenkäfer zählt: Hitze und Trockenheit machen den Schädling noch gefährlicher

Hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit bereiten der nächsten Generation an Borkenkäfern den Weg. Jetzt entscheidet schnelles Tun darüber, ob sich der Schädling weiter ausbreitet oder eingedämmt werden kann.

Die Borkenkäfer-Gefahr ist momentan besonders groß. „Hitze und Trockenheit setzen den Bäumen gerade zu, daher ist jetzt Aufmerksamkeit gefragt. Wer seinen Wald regelmäßig kontrolliert und befallene Bäume rasch entfernt, schützt nicht nur den eigenen Bestand, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Wälder“, betont Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger.

Bis zu 100.000 Nachkommen pro Käfer-Weibchen

Aus einem einzigen Borkenkäfer-Weibchen können unter günstigen Bedingungen innerhalb kurzer Zeit bis zu 100.000 Nachkommen entstehen. Der Borkenkäfer profitiert von warmem und trockenem Wetter, das die Bäume hingegen zunehmend unter Stress geraten lässt. Vor allem Fichten können sich bei anhaltender Trockenheit kaum noch gegen die Käfer wehren. Zusätzlich begünstigen etwa Sturmschäden oder liegen gebliebenes Schadholz die Ausbreitung des Schädlings. Die Folgen sind in Oberösterreich bereits seit Jahren sichtbar: Immer wieder kam es in den Sommermonaten zu massivem Borkenkäferbefall.

Jetzt ist besondere Aufmerksamkeit gefragt

Die aktuellen Daten aus dem österreichischen Borkenkäfer-Monitoring zeigen eine hohe Aktivität der Käfer. Besonders kritisch ist, dass derzeit die zweite Käfergeneration heranwächst und neue Bäume befällt. Für Waldbesitzer bedeutet das: Jetzt sind regelmäßige Kontrollen wichtiger denn je. Wer einen Befall früh erkennt und betroffene Bäume rasch entfernt, kann verhindern, dass sich die Käfer weiter vermehren und gesunde Waldbestände befallen.

Die Witterung im ersten Halbjahr 2026 hat günstige Bedingungen für die rasche Vermehrung des Borkenkäfers geschaffen. Dennoch blieben größere Käferkalamitäten bislang aus. Dazu beigetragen haben die vergleichsweise wenigen Schadereignisse durch Windwurf sowie Schnee- und Eisbruch in den Vorjahren und die konsequente Einhaltung der Waldhygiene durch die Waldbesitzer. Entsprechend ist die Menge des Borkenkäfer-Schadholzes heuer gegenüber dem Vorjahr (Stand Juni) um rund 14 Prozent zurückgegangen. Diese erfreuliche Entwicklung darf jedoch nicht über die aktuelle Gefahrenlage hinwegtäuschen: Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der bevorstehenden zweiten Käfergeneration bleibt die Situation äußerst angespannt und kann sich innerhalb kurzer Zeit wieder verschärfen.

Anzeichen: Bohrmehl, Löcher, Harzaustritt, verfärbte Baumkronen

Typische Anzeichen für einen Befall sind feines Bohrmehl am Stamm oder am Boden, kleine Einbohrlöcher, Harzaustritt, verfärbte Baumkronen oder verstärkte Spechtaktivität. Bleiben befallene Bäume oder bereits befallenes Holz im Wald liegen, können die jungen Käfer ungehindert ausfliegen und weitere Bäume angreifen. Deshalb sollten befallene Bäume sowie frisch geschlägertes und bereits befallenes Fichtenholz möglichst rasch aus gefährdeten Beständen entfernt werden. Da sich die Käfer mittlerweile nicht mehr nur an sonnigen Waldrändern, sondern auch im Inneren der Wälder ausbreiten, sollten sämtliche gefährdeten Bestände regelmäßig kontrolliert werden.

Bleibt das Wetter warm und trocken, wird der Druck durch den Borkenkäfer weiter steigen. Umso wichtiger sind jetzt Kontrollen, bei Fichtenbeständen mindestens im Wochentakt.

Frühwarnsystem

Ein wichtiges Hilfsmittel ist das österreichische Borkenkäfer-Monitoring. Das Bundesforschungszentrum für Wald betreibt dieses gemeinsam mit den Landesforstdiensten und den Landwirtschaftskammern. An zahlreichen Standorten werden Käferfallen ausgewertet, um Flugaktivität und Entwicklung der wichtigsten Borkenkäferarten zu beobachten. Die laufend aktualisierten Daten liefern Hinweise darauf, wann das Risiko besonders hoch ist und welche Regionen betroffen sind.

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