Die Dürre stellt die heimische Landwirtschaft heuer vor enorme Herausforderungen. Laut Hagelversicherung beläuft sich das Schadensausmaß bereits auf rund eine Milliarde Euro, davon sind nur etwa 400 Millionen Euro durch Dürreversicherungen gedeckt. Besonders betroffen ist Oberösterreich. Die Schäden reichen über sämtliche Produktionssparten, besonders stark sind jedoch Grünland und Viehwirtschaft, Herbstkulturen im Ackerbau sowie der Obst- und Gemüsebau betroffen.
„Die enormen Ertragsausfälle führen aktuell auf vielen bäuerlichen Betrieben zu einer brutal angespannten wirtschaftlichen Situation“, erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger. Gerade in der Viehwirtschaft gehe es darum, die Betriebe trotz fehlender Grundfuttermittel wie Heu und Silage in der Produktion zu halten und eine Reduktion der Tierbestände oder Betriebsaufgaben zu verhindern.
Für Betriebe geht es um die Existenz
Der Bauernbund fordert eine rasche Umsetzung des Dürrepaketes. Landesobfrau und Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger kritisiert die Diskussion über die Finanzierung: „Wir erwarten uns vom Finanzministerium mehr als die ewige Frage nach der Gegenfinanzierung.“ Denn es gehe um eine Ausnahmesituation und die Existenz bäuerlicher Betriebe: „Wer unsere Lebensmittelproduktion im Land erhalten will, muss jetzt auch bereit sein, dafür Verantwortung zu übernehmen“, so Langer-Weninger.
Unterstützung für die Bauernschaft kommt auch von Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Viele bäuerliche Betriebe stehen vor enormen Belastungen. Ich habe null Verständnis für dieses Herumgeeiere der Bundesregierung. Die Hilfe muss jetzt rasch kommen.“
Die öffentlich bezuschussten Dürreversicherungen werden in Oberösterreich von 85 Prozent der Ackerbaubetriebe und 60 Prozent der Grünlandbetriebe genutzt. Sie bilden für viele Betriebe das Rückgrat der Risikovorsorge, können bei extremen Dürresituationen aber je nach Produktionssparte und Betroffenheit nur einen Teil der Schäden abdecken.
Besonders schwierig ist die Situation für viehhaltende Betriebe. Heu, Silage und Silomais sind kaum verfügbar oder stark im Preis gestiegen. Eine starke Abstockung der Rinder-, Schaf- und Ziegenbestände wäre laut Landwirtschaftskammer auch längerfristig problematisch, weil bei künftig wieder normalen Grünlanderträgen Futteraufwuchs nicht mehr vollständig für die Lebensmittelproduktion genutzt werden könnte.
Forderung nach zusätzlichem Geld
Die bäuerlichen Interessensvertreter unterstützen die Bemühungen von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig um eine wirksame Dürrehilfe. Es brauche dafür aber zusätzliches Geld und keine Umschichtung auf dem Papier. „Es wäre für die Bäuerinnen und Bauern keine wirkliche Hilfe, wenn diese geforderte Unterstützung durch Kürzungen für die Bauern in anderen Bereichen wie dem Agrardiesel finanziert werden soll“, betont der Kammerpräsident.
Gefordert wird daher eine rasche politische Entscheidung in Form einer finanziell wirksamen Dürrehilfe oder entsprechenden Kostenentlastungen in der Sozialversicherung.
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