„Die Eiermacher“ mit Sitz in Kremsmünster verbinden bäuerliche Betriebe und vereinen Vorproduktion - mit Elterntierhaltung, Brüterei und Kükenproduktion für Bio-Mast- und Legehennen - sowie Eier- und Fleischvermarktung unter einem Dach.
Begonnen hat alles mit dem Ziel einer gemeinsamen Vermarktung von Bruteiern und Junghennen. Meilensteine waren etwa die Eröffnung der ersten Bio-Eier-Packstelle Österreichs (2004), der Standort-Wechsel nach Kremsmünster (2015) und der Start des „Bruderhahn“-Projektes im selben Jahr: Mit der Aufzucht der männlichen Küken aus dem Legehennenbetrieb nahm das Unternehmen eine europaweite Vorreiterrolle ein. Bei den Eiermachern ging es somit auch bald um Fleisch: Am Standort Kremsmünster wird dieses seit 2017 verarbeitet, 2020 wurde ein neuer Schlachthof in Nußbach (Kapazität pro Stunde: 4.200 Hähne, 1.050 Enten) errichtet, in der auch eine LKW-Waschanlage integriert ist.
Bessere Versorgung mit Bio-Entenfleisch
Zum Huhn gesellte sich eine weitere Geflügelsorte dazu: Das Projekt „Bio-Ente“ wurde 2017 gestartet. Zuvor war der österreichische Markt stark von Importen aus Ländern wie Polen, Ungarn, Frankreich und China geprägt. „Nun gibt es wieder alles hier, von Elterntieren und Brüterei weg bis zur modernen Bio-Entenhaltung“, so Söllradl. Entsprechend habe sich die Eigenversorgung entwickelt, von vier Prozent 2017 hin zu 25 Prozent im Jahr 2025. Das Entenfleisch sei in Österreich angekommen, auch wenn diese nicht wirklich "Enten-Esser" seien, wie Söllradl es nennt. Zudem sei das Fleisch nach wie vor großen saisonalen Schwankungen unterlegen. „Zwei Drittel werden zwischen Martini und Weihnachten verzehrt“, sagt Söllradl, „trotz aller Bemühungen, das Zeitfenster auszudehnen.“ Daher sei auch das Tiefkühllager notwendig geworden, das in der im Frühjahr 2026 begonnenen Erweiterung der Fleischverarbeitung integriert ist. In den Verkauf gelangt das Bio-Entenfleisch in vorgegarter Form („sous vide“, also unter Vakuum), so dass der Konsument in wenigen Minuten eine verzehrfertige Portion vor sich hat. Eröffnet werden soll der neue Bereich heuer.
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Christian Kraxberger, Manfred Söllradl, Martin Tragler, Jürgen Richter (v.l.)
Die Eiermacher haben sich trotz starken Wachstums stets einen starken bäuerlichen Hintergrund bewahrt.
Martin Tragler
Vorsitzender des Beirates der Gesellschafter
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Der Konsum von Hühnerfleisch sei mit etwa 20 Kilogramm pro Kopf und Jahr hingegen stark und auch im Steigen. Entsprechend groß sei das Interesse, in diesem Bereich zu investieren. „Sogar Ackerbauern denken hier wieder über Tierhaltung, speziell Geflügelhaltung, nach. Wir hatten heuer schon einige Beratungen in diese Richtung“, so Söllradl. Zur Produktion von Geflügelfleisch gebe es aber eine grobe Planung. „Wir haben momentan mehr Anfragen dazu, als Betriebe aufgenommen werden können“, bestätigt Söllradl das Interesse. Er betont auch, dass die bestehenden Geflügelbauern sehr treu seien.
Generell wolle man mit den Kunden mitwachsen. Der Konsument gebe das Wachstum vor und sei zunehmend kritisch, was Tierwohl betreffe.
Die Eiermacher in Zahlen:
ca. 330 Partnerbetriebe: 186 Legehennenbetriebe, 33 Elterntierbetriebe, 62 Junghennenbetriebe, 35 Bruderhahn-Aufzuchtbetriebe, 15 Entenmastbetriebe, 1 Wachtelbetrieb
34 Gesellschafter
190 Mitarbeiter
Jahresumsatz 2025: 113 Millionen Euro
190 Millionen Eier/Jahr laufen auf zwei Sortiermaschinen durch die Packstelle
Kapazitäten in der Brüterei: 2.914.880 Plätze Vorbrut, 802.560 Plätze Schlupfbrut
Bei den Biomastküken gehören die Firmen Hubers Landhendl und Wech Geflügel zu den wichtigsten Kunden. Bei den Legeküken wird rund die Hälfte für die eigenen Aufzuchten verwendet, die zweite Hälfte an Junghennen-Aufzüchter im In- und Ausland verkauft.
Eine der modernsten Brütereien Europas
Erweitert wurde 2025/26 auch die Brüterei. „Sie zählt jetzt zu den größten Anlagen Österreichs und zu den modernsten Betrieben dieser Art in Europa“, betont Geschäftsführer Söllradl. Durch die Packstelle laufen pro Jahr etwa 190 Millionen Eier. Verpackt wird für diverse Handelsmarken in Österreich. Zwei Drittel sind Bioeier, der Rest kommt aus Freiland- und Bodenhaltung.
Mittlerweile gehören 34 Gesellschafter zum Unternehmen, rund 330 bäuerliche Produzenten arbeiten mit den Eiermachern zusammen. Geblieben ist dabei, was das Unternehmen seit seiner Gründung auszeichnet: die enge Verbindung zur heimischen Landwirtschaft.
Wir haben momentan mehr Anfragen, als Betriebe aufgenommen werden können.
Manfred Söllradl
Geschäftsführer Eiermacher GmbH
Éin Teil des Sortiments an Enten- und Hühnerfleischprodukten für Konsumenten.
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Blick in das Eierkarton-Lager bei der Eiermacher GmbH
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Blick in das künftige Tiefkühllager für Bio-Geflügelfleisch
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Zum Jubiläumsfest gab es Bio-Grillhendl und Bio-Grillente.
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Am Anfang war das Ei: Die Meilensteine der Eiermacher
1986: Gründung der Geflügel GmbH in Schlierbach (OÖ)
1994: Übersiedlung in den Meierhof des Stiftes Schlierbach, die Firma zählt 26 Gesellschafter
2004: Eröffnung der ersten Bio-Eier-Packstelle Österreichs
2013/14: Errichtung der Brüterei
2015: Umbenennung in "Eiermacher GmbH" und Übersiedlung in das neue Betriebsareal in Kremsmünster (OÖ)
2017: Errichtung einer Fleischverarbeitungshalle
2020: Erweiterung der Brüterei in Kremsmünster, Eröffnung des neuen Schlachthofes in Nußbach
2023: Erweiterung des Schlachthofes Nußbach
2025/26: Erweiterung Brüterei in Kremsmünster
2026: Erweiterung Fleischverarbeitung in Kremsmünster
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