Der tschechische Traktorenhersteller will alle aktuell in Produktion befindlichen Traktoren sowie alle vertraglich vereinbarten Aufträge in den kommenden Monaten fertigstellen. Die Kündigungsfristen sollen zum Jahresende auslaufen.
„Die Herstellung von kleinen und mittelgroßen Traktoren in Europa ist unter den aktuellen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr rentabel. Wir waren der letzte Traktorenhersteller, der versucht hat, diese Produktion in Europa aufrechtzuerhalten. Aufgrund der hohen Energiepreise, Lohnkosten und vor allem Materialkosten sind wir jedoch nicht mehr so wettbewerbsfähig, wie wir es sein müssten, und müssen unsere Arbeitsweise ändern. Das bedeutet nicht, dass wir dieses Traktorensegment aufgeben; wie alle unsere Wettbewerber werden wir es einfach nicht mehr in Europa produzieren“, erklärt Róbert Harman, CEO von Zetor Tractors.
Brünn soll aber weiterhin Hauptsitz der globalen Aktivitäten bleiben. Das Unternehmen will das Entwicklungszentrum entsprechend der Nachfrage nach neuen Modellen weiter ausbauen. „Das Ersatzteilgeschäft für Zetor-Traktoren wächst ebenfalls in Brünn, und das europäische Vertriebszentrum für Ersatzteile und Traktoren bleibt dort auch bestehen. Neben der umfassenden Betreuung der Bestandskunden wird der Hauptsitz in Brünn weiterhin die globalen Vertriebs-, Marketing- und Finanzaktivitäten des Unternehmens steuern“, wird versichert.
Während die Produktion in Europa für Zetor in den vergangenen Jahren zunehmend ineffizient geworden ist, setzt das Unternehmen künftig auf Asien. „Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 5.000 Traktoren aus Indien zu exportieren. Dasselbe Ziel gilt für China“, sagt Harman. Im vergangenen Jahr setzte Zetor nach eigenen Angaben mehr als 1.500 Traktoren ab.
Aktualisierte Fassung vom 16. Juli 2026.
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