Weinlese

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Weinernte: Rund 30 Prozent weniger, aber gute Qualität erwartet

Die heurige Weinlese hat nach frühem Austrieb sowie einem extrem heißen, trockenen Sommer sehr früh eingesetzt. Außergewöhnlich klein sind die Beeren und die Erntemengen in Österreich. Insbesondere der Rotwein sollte davon aber in der Qualität profitieren.

Nach den derzeitigen Rückmeldungen erwartet der Österreichische Weinbauverband eine Weinernte von rund 1,7 Mio. Hektolitern. Das ist um 34 Prozent weniger als die Vorjahresernte (2,25 Mio. hl) und um 28 Prozent weniger als der Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025 (2,35 Mio. hl). Österreichs Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager dazu heute (10. Sept.) bei einer Pressekonferenz in Wien: „Die extreme Trockenheit hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Beeren sind vielfach sehr klein und auch die Mostausbeute fällt entsprechend geringer aus.“ Letzterer Umstand könnte sogar dazu führen, dass die prognostizierte Menge noch nach unten revidiert werden muss.

Kleine Beeren, intensive Aromatik

Während die Trockenheit die Erntemenge reduziert, sind die Aussichten auf die Qualität des Jahrgangs gut. Der geringe Krankheitsdruck ermöglicht die Ernte von durchwegs gesundem Traubenmaterial  – auch nach reduziertem Pflanzenschutz. Entscheidend ist heuer vor allem der richtige Lesezeitpunkt. „Die Reife ist aufgrund der Witterung bereits sehr weit fortgeschritten und macht den frühen Lesebeginn notwendig, um ein harmonisches Zucker-Säure-Verhältnis zu erhalten“, sagte Schmuckenschlager. Besonders die kleinen Beerendurchmesser prägen den Jahrgang. „Kleine Beeren bedeuten weniger Saft, aber eine hohe Konzentration an wertgebenden Inhaltsstoffen. Wir erwarten daher besonders aromatische und ausdrucksstarke Weine“, so Schmuckenschlager. Insbesondere Rotweine sollten von den heurigen Witterungsverhältnissen profitieren.

Herausfordernde Marktsituation

Neben den witterungsbedingt geringeren Erträgen und der Ausbreitung der Rebkrankheit Goldgelbe Vergilbung durch die Amerikanischen Rebzikade bleibt auch die Marktsituation für die Weinbaubetriebe herausfordernd. Ein verändertes Konsumverhalten, ein rückläufiger Weinkonsum und hoher Preisdruck wirken sich auf die gesamte Branche aus. Zu viel, schwer verkäuflicher alter Rotwein lagert in Österreichs Kellern. Diesbezüglich ist auch angesichts der heurigen geringen Weinernte, eine Krisendestillation mit EU-Geldern nicht vom Tisch. Josef Glatt, Direktor des Österreichischen Weinbauverbandes, sagte dazu auf eine Journalistenfrage: „Wir würden gerne Rotwein in einer Größenordnung von 7 bis 10 Millionen Liter verwerten.“ Damit Gelder aus dem EU-Fördertopf fließen können, müsse umfangreiches Datenmaterial und entsprechende Nachweise geliefert werden.

Anpassungen der GAP-Strategieplan-Anwendungsverordnung sollen für alle Winzer zudem höhere Fördersätze, mehr Flexibilität bei laufenden Projekten und zusätzliche Fördermöglichkeiten bringen. Vom Rechnungshof aufgezeigte Schwachstellen, vor allem hinsichtlich der Prüfnummern-Kontrolle und der regionalen Weinkomitees, die nicht dem europäischen System der Erzeugervereinigungen entsprechen, werden laut Schmuckenschlager mit dem neuen Weingesetz beseitigt.

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Der Präsident des Österreichischen Weinbauverbands, Johannes Schmuckenschlager, der Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing GmbH, Chris Yorke, und der Direktor des Weinbauverbands, Josef Glatt, bei der Pressekonferenz zur Weinernte 2026.

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