Die diese Woche präsentierten Auswertungen der AMA-Marketing zum Einkaufsverhalten der Österreicherinnen und Österreicher belegen, die vielzitierte „Polykrise“ ist in den Lebensrealitäten der heimischen Verbraucher angekommen. Vor allem Familien mit Kindern kaufen laut RollAMA-Daten für das erste Halbjahr 2026 weniger Lebensmittel für den Konsum im eigenen Haushalt ein. Konkret beträgt das Minus 14,5 Prozent. Dass ob der Teuerung insbesondere in dieser gesellschaftlichen Gruppe gespart werden muss, ist verständlich. Beruhigend stimmt auch, dass sich die Konsumenten, zumindest gegenüber Marktforschern, auch weiterhin für den bewussten Griff zu österreichischer Ware und besonders zu jener mit AMA-Gütesiegel bekennen.
Mulmig wird einem aus bäuerlicher Sicht hingegen, wenn zugleich der Anteil an in Aktion gekauften Artikeln und jener der Handelsmarken weiter steigt. Markenartikel machen im gesamten AMA-Einkaufskorb nur mehr ein Drittel der Waren aus. Damit geht auch die Verhandlungsposition der Bauern bei der Preisfindung sukzessive flöten. Ob der dürrebedingten Ertragsausfälle und der weiter steigenden Betriebsmittelkosten ist jedenfalls klar, dass vom Marktforschungsinstitut YouGov als „Zwiespalt zwischen Preispragmatismus und Genuss“ beschriebene Phänomen, wird sich für die Erzeugerseite nicht dauerhaft ausgehen. Denn regionale, zu deutlich höheren Standards produzierte, Lebensmittel haben nun einmal ihren Preis.
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