Pflanzenschutz

Copyright © Sodel Vladyslav - stock.adobe.com

Ukraine: PSM-Verluste bei EU-Beitritt

Die Ukraine hält seit Juni 2022 offiziell den EU-Beitrittskandidatenstatus. Den europäischen Bauern ist dies seither ein Dorn im Auge. Aber auch ihre ukrainischen Berufskollegen müssen sich mit einem Beitritt auf massive Umbrüche in ihrem Wirtschaften einstellen. Wie eine Untersuchung der Nationalen Universität für Lebens- und Umweltwissenschaften in Kiew ergab, müsste die ukrainische Landwirtschaft mit einem Schlag auf mehr als 40 Prozent ihrer verfügbaren Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel (PSM)verzichten.

Dem Papier zufolge sind derzeit 251 Wirkstoffe für die Anwendung in der Ukraine zugelassen. Von diesen erfüllen 101 Wirkstoffe nicht die EU-Anforderungen, sodass nach einem Beitritt nur mehr 150 verwendet werden dürften, so die Rechnung der Autoren. Dem Wissenschaftler zufolge wären Insektizide am stärksten betroffen, hier fielen mehr als die Hälfte der vorhandenen Wirkstoffe weg. Unter den Herbiziden und Fungiziden dürften es jeweils rund 35 Prozent sein, zitiert Agra-Europe aus der Untersuchung. Bei Sonnenblumen, Erbsen und Raps rechnet man deshalb mit Flächenreduktionen.

Diese Aussagen sind insofern spannend, weil sich die Regierung in Kiew im Vorjahr im mit der EU geschlossenen Handelsabkommen DFCTA zur schrittweisen Angleichung an EU-Standards beim Pflanzenschutz bekannte. Ab 2028 muss man der EU-Kommission Berichte dazu übermitteln. Eine Einschränkung blüht dem ukrainischen Agrarsektor also ohnehin. Vorausgesetzt man will weiter in die EU exportieren.

Weitere Artikel