Die anhaltende Dürre bringt Medienberichten zufolge immer mehr Viehbetriebe in Österreich in eine schwierige Lage. Auf Almen und Wiesen komme kaum noch Gras nach, wodurch sich die Futterversorgung der Tiere zunehmend zuspitzt. Zahlreiche Bäuerinnen und Bauern stehen laut aktuellen Medienberichten vor der Entscheidung, bereits jetzt ihre Wintervorräte anzugreifen oder gar Tiere notzuverkaufen. Was den Weideflächen jetzt an Wachstum fehlt, mache sich später auch in den Futterlagern bemerkbar. Bergbauern beschreiben die Lage deutlich: Der Oberboden trockne zunehmend aus, auf den Wiesen breiteten sich immer größere braune Flecken aus. Das Gras sterbe dadurch mancherorts ab und das zu einer Jahreszeit, die eigentlich für gutes Futterwachstum stehen sollte. Reicht das vorhandene Futter nicht mehr aus, blieben den Betrieben nur wenige Auswege: Futter zukaufen, die für den Winter vorgesehenen Vorräte bereits jetzt anbrechen, von der Alm abziehen, oder im schlimmsten Fall Tiere notverkaufen. Etwas günstiger stellt sich die Lage derzeit nur in einzelnen Regionen sowie auf schattigeren Almen dar, wo in den vergangenen Wochen zumindest vereinzelt Regen gefallen ist.
Auch die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) schlägt Alarm: Schon Winter und Frühjahr seien von deutlich unterdurchschnittlichen Niederschlägen geprägt gewesen, die fehlenden Wasserreserven im Boden hätten sich seither nicht mehr auffüllen können. Wo es die Infrastruktur erlaubt, werde Wasser mit hohem Aufwand vom Tal auf die Alm transportiert, um das Vieh zu tränke. Auf höher gelegenen und schwer erreichbaren Almen sei dies jedoch nur eingeschränkt möglich. „Zahlreiche Almbäuerinnen und Almbauern beobachten die Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung mit großer Sorge. Jeder Tropfen Regen zählt, denn ohne eine nachhaltige Wetterumstellung kann die Situation rasch kritisch werden. Sollte sich die Trockenheit weiter verschärfen, können in Einzelfällen sogar vorzeitige Almabtriebe notwendig werden. Ein späterer Wiederauftrieb wäre zwar grundsätzlich möglich, bedeutet für die Betriebe jedoch einen erheblichen organisatorischen und wirtschaftlichen Mehraufwand“, erläutert LK OÖ-Präsident Franz Waldenberger.
Nur langanhaltender Regen bringe Entlastung
Kurzfristig würden bereits einzelne Regengüsse helfen, damit wieder Gras nachwächst und die Tiere ausreichend Futter finden. Für eine nachhaltige Erholung der Quellwasserstände brauche es hingegen wochenlangen, gleichmäßigen Regen, der langsam in den Boden einsickern kann. Bis dahin müssen die Tiere verstärkt auf schwer zugängliche Randbereiche der Almen ausweichen, die normalerweise kaum beweidet werden.
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