Siegerin Vorbereitete Rede über 18: Yvonne Mora

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Rhetorik-Talente und Allroundkönner: Landjugend kürt ihre Bundessieger

Vier Tage lang stand die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Schlierbach im Zeichen von Wortgewandtheit und Teamgeist: Beim Bundesentscheid 4er-Cup und Reden traten Österreichs beste Landjugend-Rednerinnen und -Redner sowie 14 Teams gegeneinander an.

Vergangene Woche verwandelte sich die oberösterreichische Gemeinde Schlierbach in eine Bühne für junge Talente aus der Landwirtschaft. Rund um und in der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule maßen sich 14 Teams im 4er-Cup sowie 43 Rednerinnen und Redner, darunter neun Gruppen in der Kategorie „Neues Sprachrohr", in Sachen Wissen, Geschicklichkeit und Rhetorik.

Als Höhepunkt des Redewettbewerbs gilt traditionell die Spontanrede. Im K.-o.-System setzten sich Simon Diwold aus Oberösterreich und Johann Hörzer aus der Steiermark gegen ihre Mitbewerber durch und trafen im Finale aufeinander. Zum Thema „Immer erreichbar oder doch oft sprachlos – haben wir es verlernt, miteinander zu reden?" überzeugte Diwold mit rhetorischem Geschick, Schlagfertigkeit und klarer Argumentation und holte sich den Bundessieg. Hörzer belegte den zweiten Platz. Das Bronze-Duell entschied Barbara Steinwender aus Kärnten gegen Kerstin Wallner aus der Steiermark für sich.

Zivilcourage und Einsamkeit: Die Themen der vorbereiteten Reden

In der Kategorie „Vorbereitete Rede unter 18 Jahre" ging der Bundessieg an Patricia Kupfner aus Oberösterreich. Mit ihrer Rede „Dieser eine Niemand, der hilft" widmete sie sich der Bedeutung von Zivilcourage im Alltag. Sie zeigte auf, warum Menschen in schwierigen Situationen oft wegsehen oder auf das Eingreifen anderer warten und appellierte daran, selbst Verantwortung zu übernehmen. Ihre Botschaft: Jeder Mensch kann zu jenem „Niemand" werden, der nicht wegschaut, sondern hilft.

In der Kategorie „Vorbereitete Rede über 18 Jahre" setzte sich Yvonne Morak aus Kärnten durch. Ihre Rede „Die stille Einsamkeit unserer Generationen" beleuchtete, dass sich viele Menschen trotz Vereinen, Gemeinschaft und gemeinsamer Erlebnisse allein fühlen. Ihr Appell an die Jury und das Publikum: genauer hinsehen, ehrlich nachfragen und mit der einfachen Frage „Wie geht's dir wirklich?" echte Nähe ermöglichen.

Im „Neuen Sprachrohr", das kreativen sprachlichen Darbietungen eine Bühne bietet, holte sich das Team Steiermark I mit Tanja Hiebler, Jakob Leitner, Lena Leitner und Lisa Loder-Tauchner den Bundessieg. Ihre Darbietung „Ein wenig Menschlichkeit – von mir zu dir" thematisierte, welchen Einfluss Worte, Bewertungen und Vorurteile auf das Selbstbild anderer Menschen haben können, etwa in sozialen Medien, im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz oder im Restaurant. Die zentrale Botschaft: Sprache hinterlässt Spuren, weshalb ein respektvoller Umgang miteinander besonders wichtig ist.

Bundessieger_4erCup: Team aus Kärnten

Bundessieger_4erCup

Neues Sprachrohr Siegerteam aus der Steiermark

Bundessieger_Neues_Sprachrohr

4er-Cup verlangt Kopf, Koordination und Teamgeist

Neben der Rhetorik stand beim 4er-Cup die Vielseitigkeit im Vordergrund. Das Team aus Kärnten: Caroline Freithofnig, Felix Götzhaber, Hannes Petautschnig und Julia Prax sicherte sich den Bundessieg. Der Bewerb forderte den Teilnehmenden neben Allgemeinwissen auch Geschicklichkeit, Koordination und Teamgeist ab. Platz zwei ging an das steirische Quartett Melinda Auer, Andreas Lobe, Mario Sabathi und Anna Sertling, Platz drei an das oberösterreichische Team mit Jakob Gerner, Katharina Manglberger, Bernhard Schertler und Michaela Zöpfl. An den einzelnen Stationen war Wissen zu aktuellen, allgemeinen und internationalen Themen ebenso gefragt wie Geschick und Einfallsreichtum bei sechs Kreativ- und vier Actionparcours-Stationen. Nur wer Wissen, Können und Teamarbeit erfolgreich verband, hatte Aussicht auf einen Spitzenplatz.

Allgemeinbildung als Kernkompetenz der Landjugend

Mit jährlich mehr als 80.000 Bildungsstunden bildet die Allgemeinbildung laut Landjugend Österreich den größten Schwerpunkt im Bildungsprogramm der Organisation. Neben Wettbewerben wie 4er-Cup und Redewettbewerb bietet die Landjugend-Akademie ein breites Aus- und Weiterbildungsangebot, also von Fachtagungen bis zu Lehrgängen wie dem Spitzenfunktionärinnen- und Spitzenfunktionärslehrgang „aufZAQ" oder der Mitarbeiterschulung „Promotor". Die Mitglieder sollen dadurch Schlüsselqualifikationen erwerben, die sowohl die persönliche Entwicklung als auch das Engagement für den ländlichen Raum und den weiteren beruflichen Weg unterstützen.

Alle Platzierungen und Bewertungskriterien im Überblick:

4er-Cup

  1. Platz: Caroline Freithofnig, Felix Götzhaber, Hannes Petautschnig, Julia Prax (Kärnten)

  2. Platz: Melinda Auer, Andreas Lobe, Mario Sabathi, Anna Sertling (Steiermark)

  3. Platz: Jakob Gerner, Katharina Manglberger, Bernhard Schertler, Michaela Zöpfl (Oberösterreich)

Spontanrede

  1. Platz: Simon Diwold (Oberösterreich)

  2. Platz: Johann Hörzer (Steiermark)

  3. Platz: Barbara Steinwender (Kärnten)

Bei der Spontanrede hält jeder Teilnehmer in zwei Durchgängen jeweils eine Rede zu einem von sechs Themenbereichen: Allgemeinbildung, Landwirtschaft & Umwelt, Sport & Gesellschaft, Young & International, Service & Organisation sowie Kultur und Brauchtum. Zu jedem Themenbereich gibt es Unterthemen, die als Schlagwort oder kurzer Satz formuliert sind. Das konkrete Thema wird per Zufallsprinzip gezogen. Nach einer Vorbereitungszeit von einer Minute hat der Teilnehmer ohne schriftliche Vorlage zwei bis vier Minuten Zeit, um dazu Stellung zu nehmen. Die besten acht Rednerinnen und Redner ziehen ins Finale ein, das im K.-o.-System mit bis zu drei Rededuellen ausgetragen wird; Sieger ist, wer alle drei Duelle gewinnt. Zusätzlich wird ein Duell um den dritten Platz ausgetragen. Bewertet werden Aufbau, Wirkung, Sprache und Inhalt.

  1. Platz: Patricia Kupfner (Oberösterreich)

  2. Platz: Lisa Kreuzmayr (Oberösterreich)

  3. Platz: Maria Mitterböck (Niederösterreich)

Vorbereitete Rede über 18 Jahren

  1. Platz: Yvonne Morak (Kärnten)

  2. Platz: Alina Wurzer (Steiermark)

  3. Platz: Alina Egger (Tirol)

In beiden Altersklassen hält jeder Teilnehmer zunächst eine Standpunkt- oder Problemrede von vier bis sechs Minuten zu einem vorbereiteten Thema und stellt sich anschließend einem Interview mit drei Fragen zu seiner Rede. Gesprochen werden muss frei und in grammatikalisch richtigem Deutsch auf dem Niveau gehobener Umgangssprache. Bewertet werden Aufbau, Wirkung, Sprache und Inhalt sowie die Antworten im Interview.

Neues Sprachrohr

  1. Platz: Tanja Hiebler, Jakob Leitner, Lena Leitner, Lisa Loder-Tauchner (Steiermark)

  2. Platz: Maximilian Liebminger, Paula Neissl, Julian Pörtschacher, Bernhard Schneidl (Steiermark)

  3. Platz: Simone Hofstetter, Hannah Ploner, Kerstin Zehetner (Oberösterreich)

In dieser Kategorie können die Teilnehmenden frei wählen, wie sie ihr Thema aufbereiten, etwa in Versform, als Kurzkabarett, mit Gitarrenbegleitung oder in einer Multimediapräsentation. Im Mittelpunkt steht dabei die Sprache. Voraussetzung ist eine eigenständige Bearbeitung des Inhalts; Kopien oder reine Reproduktionen sind nicht zulässig, Lieder mit neu verfasstem Text hingegen schon. Die Darbietung dauert sechs bis acht Minuten und kann solo oder im Team mit bis zu vier Personen bestritten werden. Bewertet werden Aufbau, Inhalt, Präsentation, Gesamteindruck sowie die anschließenden Interviewfragen.

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