In ihrer jüngsten Marktanalyse meldet die AMA für Mai einen durchschnittlichen Erzeugermilchpreis von 45,92 Cent je Kilogramm (Durchschnitt aller Qualitäten, Milchsorten und Inhaltsstoffe, netto). Damit lag der Erzeugermilchpreis um 0,72 Cent je Kilogramm unter dem Niveau von April. Die zahlungsrelevanten Inhaltsstoffe beliefen sich zeitgleich auf 4,11 Prozent Fett und 3,41 Prozent Eiweiß. „Während der Eiweißgehalt nahezu stabil blieb, ging der Fettgehalt gegenüber dem Vormonat deutlich zurück“, teilt man mit.
Für Juni sprechen die AMA-Analysten von stabilen Preisverhältnissen: „Nahezu alle Molkereien haben stabile Auszahlungspreise gemeldet.“ Der Erzeugermilchpreis soll im Qualitätsmittel aktuell 45,70 Cent je Kilogramm betragen. Der leichte Rückgang sei den saisontypisch rückläufigen Inhaltsstoffgehalten geschuldet.
Erneut Mengenplus
Was die gelieferte Milchmenge betrifft, nennt die AMA im Mai ein Gesamtaufkommen von 354.477 Tonnen. Das entspricht einem Plus von mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dennoch gehen die Marktexperten davon aus, dass damit wohl der Saisonhöhepunkt erreicht sei. Selbiges dürfte für die deutschen Berufskollegen gelten. Mitte Juni wurde dort nur noch ein leichter Mengenzuwachs von 0,6 Prozent verzeichnet. Damit produziert Deutschland dieser Tage gut sieben Prozent mehr Milch als im Juni 2025. Die dortigen Analysten geben aber zu bedenken, dass hier die Hitzewelle des Vormonats noch nicht berücksichtigt sei. Marktteilnehmer erwarten dadurch dem Vernehmen nach einen etwas schnelleren Rückgang der Milchmenge. Am Rohstoffmarkt lag die Fettverwertung im Juni weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Die Spotkurse für Magermilch und Magermilchkonzentrat konnten sich indes leicht festigen. Auch die lebhafte Nachfrage nach Magermilchpulver flache zunehmend ab. „Einzig beim Markt für Molkepulver in Lebensmittelqualität wurde von anhaltend guter Nachfrage und stabilen bis festen Preisen berichtet“, informiert der Verband der Milcherzeuger Bayerns.
Die fehlende Dynamik im Großhandel spiegelt sich auch im vom Institut für Ernährungswirtschaft Kiel (ife) auf Basis der Notierungswerte an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse Kempten berechnete Kieler Rohstoffwert wider. Im Juni ließ sich im Schnitt mit der Milchverwertung aus dem Verkauf von Milchfett und Milcheiweiß 35,7 Cent je Kilogramm (ab Hof 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß) verdienen. Gegenüber Mai verlor der Kieler Rohstoffwert somit um 1,8 Cent beziehungsweise nahezu fünf Prozent. Der Abstand zum Vorjahreszeitraum steigt auf gut 14 Cent. Die Erholungsphase der vergangenen drei Monate findet in Kempten damit ein jähes Ende.
Eiweiß schwächelt
Den ife-Wissenschaftlern zufolge gestalteten sich die Verwertungsmöglichkeiten im Juni unterschiedlich. Den bedeutendsten Einfluss auf den Rückgang des Rohstoffwerts habe das schwächelnde Eiweißgeschäft mit sich gebracht. Der Erlös aus dem Verkauf von Magermilchpulver am Binnenmarkt und im Export ging laut ife um 20 Cent zurück. Immerhin bei Butter melden die Fachleute aber wieder „stabile bis festere“ Preise.
Offenbar mehr Nachfrage im Süden
Eine gegenteilige Entwicklung zeigt sich am für Österreich ebenso bedeutenden italienischen Absatzmarkt. Dieser gleicht sich wieder an das hiesige Preisniveau an. Die von der italienischen Handelskammer herausgegebene Notierung für Tankmilch aus Österreich (3,6 % Fett, frei Molkerei Norditalien) steigt seit Mai wieder kontinuierlich. Am Montag wurden pro Kilogramm Tankmilch 43 bis 45 Cent bezahlt.
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