Rinder in Brasilien

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Importverbot für Brasilien in Kraft

Die EU hat Brasilien die Einfuhr von einigen tierischen Produkten untersagt. Wie das die heimische Agrarpolitik kommentiert und welcher Zeitplan nun gilt.

Wie im Frühling angekündigt, hat die EU mit 3. September die Einfuhr von tierischen Produkten wie Rindfleisch, Geflügel und Honig aus Brasilien untersagt. Das flächenmäßig größte Land des Mercosur-Staatenbundes wurde bis auf Weiteres von der sogenannten „Positiv-Liste“ für Drittstaaten gemäß EU-Tierarzneimittel-Verordnung gestrichen.

Gesamte Mastdauer entscheidend

Die brasilianischen Behörden können trotz dreimonatiger Frist bis dato nicht sicherstellen, dass für den europäischen Markt bestimmtes Fleisch nicht mit antibiotischen Wachstumsförderern in Kontakt gekommen ist. Verboten sind sowohl in der EU untersagte Wirkstoffe als auch nach EU-Recht als Reserveantibiotika für die Humanmedizin deklarierte Mittel.

Dass Nachweise fehlen verwundert wenig, denn diese sind für die gesamte Lebensdauer der Schlachtrinder zu erbringen. Diese beträgt auch jenseits des Atlantiks gut 24 Monate. Eine Aufhebung des Importverbots für Rindfleisch sei entsprechend „aktuell nicht absehbar“, wie eine Sprecherin der EU-Kommission gegenüber dem Pressedienst Agra-Europe erklärte.

Für die EU-Exekutive dürfte eine Einigung nicht unwesentlich sein, schließlich kam im Vorjahr immerhin gut ein Viertel aller Rindfleischimporte aus dem Amazonas-Staat.

Lokalaugenschein für Geflügel und Honig

Etwas anders stellt sich die Lage bei Geflügelfleisch und Honig dar. Kommissionsangaben zufolge waren Mitarbeiter der EU-Exekutive vergangene Woche für Vor-Ort-Kontrollen (Audits) in Brasilien. Zu deren Ausgang ist zu Redaktionsschluss nichts bekannt. Fakt ist: Mit den deutlich kürzeren Vorlaufzeiten ist bei den genannten Produktgruppen mit einer früheren Marktöffnung zu rechnen. Die EU-Kommission nennt hier mehrere Wochen oder eventuell Monate als Zeitspanne. Voraussetzung ist eine Zustimmung des Fachgremiums der EU-Mitgliedstaaten im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF).

Wichtigste Quelle für Geflügelimport

Während Honigimporte aus Brasilien laut Zahlen des Statistischen Dienstes der EU, Eurostat, kaum eine Rolle spielen, ist das Land bei Geflügel der wichtigste Lieferant unter den Drittstaaten. So wurden 2024 gut 625.000 Tonnen Geflügelfleisch in die Europäische Union verschifft.

Schutzklauseln „greifen“

Hierzulande betont der Österreichische Bauernbund, dass der nun schlagend gewordene Importstopp „richtig und konsequent“ sei. Direktorin Corinna Weisl ist überzeugt: „Jetzt zeigt sich: Dieser Mechanismus funktioniert und greift. Genau so müssen faire Handelsregeln aussehen.“

Dieser Mechanismus funktioniert. Genau so müssen faire Handelsregeln aussehen.

Corinna Weisl

„Was nicht unseren Produktionsstandards entspricht, hat auch in unseren Regalen und auf unseren Tellern nichts verloren“, unterstreicht auch LK-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger. Bekanntlich war im Zuge der Abstimmung über das Mercosur-Handelsabkommen eine Debatte über Schutzklauseln aufgeflammt. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hatte in Brüssel darauf gedrängt, dass im Handelsdeal Schutzmaßnahmen verankert und konsequent angewendet werden. Totschnig dazu: „Das schützt unsere Konsumentinnen und Konsumenten und schafft faire Wettbewerbsbedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern.“

Wenig Verständnis zeigt indes Corinna Weisl für die Kritik der FPÖ am Importstopp. „Bleiben Importe erlaubt, schreit die FPÖ. Werden sie gestoppt, schreit sie ebenfalls“, hält sie fest.

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