Wenn das Futter knapp wird, zählt nicht nur, wie viel im Silo liegt. Entscheidend ist, welches Futter welchem Tier zugutekommt. Nach Trockenheit und schwachen Grünlanderträgen sollten Betriebe jetzt rechnen, priorisieren und Lücken gezielt schließen.
Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme. Silagen, Heu und andere Vorräte sollten möglichst genau in Trockenmasse erfasst werden. Erst danach lässt sich entscheiden, was zugekauft werden muss. Dabei zählt nicht nur der Preis, sondern auch der tatsächliche Nährstoffgehalt des Futters für die geplante Ration und Tiergruppe. Verdorbenes oder muffig riechendes Futter sollte nicht eingesetzt werden.
Futter gezielt verteilen
Hochwertiges Grundfutter ist für Tierkategorien mit hohem Bedarf reserviert: laktierende Milchkühe, Kühe rund um die Abkalbung, Kälber und Tiere in der Endmast. Aufzuchtrinder ab einem Jahr und Kühe in der ersten Trockensteh-Phase können mit energieärmerem, strukturreichem Futter versorgt werden. Silomais kann grünlandbetonte Rationen ergänzen. Rund 20 bis 30 Prozent Maissilage in der Gesamtration sind eine mögliche Größenordnung. Bei trockenheitsgeschädigten Beständen ist allerdings mit weniger Stärke und Energie zu rechnen. Die Werte sollten analysiert werden. Für Silomais gilt eine Lagerdauer von mindestens acht bis zehn Wochen.
Stroh ist vor allem für älteres Jungvieh und trockenstehende Kühe interessant. Kurz geschnitten kann es Grundfutter strecken. Bei Milchkühen sollte der Einsatz gering bleiben. Wird die Ration zu trocken, steigt die Gefahr der Selektion; rund 38 Prozent Trockenmasse am Futtertisch gelten als Orientierung. Auch Luzerne, Trockenschnitzel, Kleien und Biertreber können Lücken schließen. Luzerne bringt Eiweiß und Struktur, Trockenschnitzel Energie. Herbstaufwüchse sind eiweißreich und brauchen deshalb einen strukturreichen Ausgleich.
Kraftfutter darf Nährstofflücken schließen, aber fehlendes Grundfutter nicht ersetzen. Eine Ration mit mehr Mais oder Stroh muss bei Energie, Eiweiß, Struktur und Mineralstoffen neu berechnet werden. Bei Hirse ist nach Trockenstress zudem auf mögliche Blausäure-Bildung zu achten.
Die wichtigste Regel bleibt: Nicht jedes Tier braucht das beste Futter. Aber jedes Tier braucht eine Ration, die den Bedarf sicher deckt. Wer nach Tiergruppe, Futterqualität und Nährstoffbedarf verteilt, holt aus knappen Vorräten mehr heraus.
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))