Die vergangenen zwölf Monate waren in Österreich die trockensten seit Beginn der flächendeckenden Messungen vor 176 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die GeoSphere Austria. Nach Angaben der Einrichtung wurden zwischen 1. Jänner und 12. August 2026 auf 72 Prozent der Landesfläche mehr trockene Tage registriert als in jedem vergleichbaren Zeitraum der vergangenen 65 Jahre. Besonders ausgeprägt ist die Situation in Ostösterreich. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland besteht laut GeoSphere seit Ende Februar nahezu durchgehend ein Niederschlagsdefizit. Zwischen 23. Februar und 9. August fielen dort lediglich 210,9 Millimeter Niederschlag statt der im langjährigen Mittel üblichen 405 Millimeter. Damit wurde der bisher trockenste Vergleichszeitraum seit zumindest 1961 deutlich unterschritten.
Osten besonders stark betroffen
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Poysdorf im Weinviertel wurde seit dem 8. Juli kein messbarer Niederschlag mehr registriert. Auch mehrere langjährige Messstationen verzeichneten neue Tiefstwerte für den Zeitraum Februar bis Juli. Betroffen sind unter anderem Wiener Neustadt, Krems, Stift Zwettl, Retz und Waidhofen an der Ybbs. Das Niederschlagsdefizit fällt je nach Bundesland unterschiedlich aus. Es reicht von minus 21 Prozent in Kärnten bis minus 43 Prozent in Niederösterreich. Auch Oberösterreich (minus 42 Prozent), Wien und das Burgenland (je minus 39 Prozent) weisen deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen auf.
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Niederschlag: Ganz Österreich im Minus, Osten und Norden am stärksten betroffen. (1. Jänner bis 12. August).
Hitze verstärkt die Trockenheit
Zur geringen Niederschlagsmenge kommt die außergewöhnliche Hitze des heurigen Jahres. Im Osten Österreichs wurden zwischen Ende Februar und Anfang August im Flächenmittel 26 Hitzetage mit Temperaturen von mindestens 30 Grad gezählt, das seien so viele wie seit Beginn dieser Auswertungen im Jahr 1961 noch nie. Nach Angaben der GeoSphere verschärfen die hohen Temperaturen die Trockenheit zusätzlich, da die Verdunstung deutlich zunimmt und dem Boden mehr Feuchtigkeit entzogen wird. Der sogenannte SPEI-Index, der Niederschlag und Verdunstung gemeinsam bewertet, fiel im Juli 2026 auf den niedrigsten Wert der gesamten Messgeschichte und weist auf eine außergewöhnlich extreme Dürresituation hin.
Entspannung derzeit nicht absehbar
Eine rasche Verbesserung der Lage erwarten die Fachleute derzeit nicht. Selbst durchschnittliche Niederschlagsmengen könnten das bestehende Defizit kurzfristig nicht ausgleichen. Langfristige Prognosen deuten zwar ab Oktober auf etwas feuchtere Witterung hin, deren Aussagekraft sei für den Alpenraum jedoch über einen Zeitraum von mehr als einem Monat hinaus nur eingeschränkt.
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