Gartenarbeiten im Juli: Das ist jetzt zu tun

Auch auf bäuerlichen Hausgärten gibt es im Hochsommer noch viel zu tun: Mit gezielter Pflege, späten Aussaaten und der richtigen Bewässerung lassen sich Beete weiter nutzen und die Ernte bis in den Herbst verlängern.

Üppiges Gemüsegartenbeet mit grünen Tomaten an Bambusstäben, umgeben von Salat und verschiedenen Gemüsepflanzen auf strohbedecktem Boden.

Copyright © Katharina Berger

Der Juli steht im Gartenjahr für Pflege, Ernte und neue Chancen zugleich. Nach heißen und trockenen Wochen zeigen sich in vielen Gärten und Bauerngärten erste Lücken in den Beeten. Doch das Gartenjahr ist noch lange nicht vorbei: Zahlreiche Gemüsearten können jetzt noch ausgesät oder gepflanzt werden. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Fläche optimal nutzen und die Versorgung mit frischem Gemüse bis in die kühleren Monate sichern.

Freie Beetflächen für zweite Kulturen nutzen

Auf österreichischen Bauernhöfen haben sich Mischkulturen im Garten und eine laufende Nutzung der Beetflächen seit jeher bewährt. Sobald Frühgemüse wie Radieschen, Salate oder Erbsen abgeerntet ist, entstehen neue Möglichkeiten für Folgekulturen. Für eine späte Aussaat eignen sich unter anderem Fisolen, Karotten mit kurzer Entwicklungszeit, verschiedene Salate, Mangold, Rucola oder Spinat. Auch Nachsaaten von Wintergemüse können jetzt vorbereitet werden. Die jungen Pflanzen profitieren von den warmen Böden und können sich noch ausreichend entwickeln, bevor die kälteren Monate beginnen.

Auch Erdbeerbeete können im Juli neu angelegt werden. Werden Jungpflanzen jetzt gesetzt, bleibt genügend Zeit, damit sie vor dem Winter gut einwurzeln und im kommenden Jahr kräftig austreiben.

Pflegearbeiten sichern die Ernte

Während neue Kulturen ausgesät werden, benötigen bestehende Pflanzen weiterhin Aufmerksamkeit. Besonders bei Paradeisern ist eine regelmäßige Pflege wichtig. Das Entfernen von Seitentrieben sorgt für eine bessere Durchlüftung der Pflanzen und kann das Risiko von Pilzerkrankungen wie der Kraut- und Braunfäule verringern. Gurken profitieren davon, wenn sie an Rankhilfen geführt werden. Das spart Platz im Beet, verbessert die Luftzirkulation und hält die Früchte sauber. Auch Kürbisse und andere wärmeliebende Kulturen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf unterstützt werden.

Eine wichtige Maßnahme im Hochsommer ist das Mulchen. Eine dünne Schicht aus angetrocknetem Grasschnitt, Stroh oder anderem organischen Material schützt den Boden vor dem Austrocknen, vermindert die Verdunstung und hält die Erde länger locker. Gerade in trockenen Sommerperioden kann dadurch wertvolles Wasser eingespart werden.

Richtig gießen bei Hitze und Trockenheit

Die Wasserversorgung spielt im Juli eine entscheidende Rolle. Besonders während der Fruchtbildung bei Paradeisern, Gurken oder Zucchini sowie während der Kopfbildung bei Salaten benötigen Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit. Am besten wird morgens gegossen, wenn die Verdunstung noch gering ist. Wichtig ist, den Boden gründlich zu durchfeuchten, anstatt häufig nur kleine Mengen Wasser auszubringen. So gelangen die Wurzeln tiefer in den Boden und die Pflanzen werden widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden. Auch für bäuerliche Hausgärten gilt: Eine gute Bodenpflege ist der beste Schutz vor Sommerstress. Humusreiche Böden speichern mehr Wasser und bieten den Pflanzen langfristig bessere Wachstumsbedingungen.

Blütenpracht für das kommende Jahr vorbereiten

Nicht nur der Nutzgarten braucht jetzt Aufmerksamkeit. Im Ziergarten beginnt im Juli bereits die Vorbereitung auf die nächste Gartensaison. Zweijährige Blumen wie Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht oder Bartnelken können jetzt ausgesät werden. Sie entwickeln sich noch im laufenden Jahr und sorgen im kommenden Frühjahr für Farbe im Garten. Verblühte Stauden müssen nicht überall sofort entfernt werden. Samenstände bieten vielen Insekten Nahrung und schaffen wertvolle Rückzugsräume. Gerade naturnahe Gartenecken tragen zur Artenvielfalt rund um Haus und Hof bei.

Gut vorbereitet durch die Urlaubszeit

Auch während der Urlaubszeit kann ein Garten mit wenig Aufwand über einige Tage versorgt werden. Eine gründliche Bewässerung vor der Abreise und eine Mulchschicht helfen dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Einfache Bewässerungshilfen können bei kurzen Abwesenheiten zusätzlich unterstützen. Gartenexperten empfehlen außerdem, nicht zu viel Perfektion anzustreben: Ein Garten lebt von Veränderungen. Verblühte Pflanzen, wilde Ecken und natürliche Strukturen bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere und machen den Garten zu einem lebendigen Teil des Hofes.

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