Das Klimaphänomen El Niño entsteht durch eine starke Erwärmung der Meeresoberfläche im tropischen Pazifik. Dadurch verändern sich Wind- und Niederschlagsmuster rund um den Globus. Während manche Regionen mit langanhaltender Trockenheit und Hitze rechnen müssen, drohen andernorts Starkregen und Überschwemmungen. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwartet, dass das aktuelle Ereignis zu den stärksten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zählen könnte.
Landwirtschaft besonders gefährdet
Für die Landwirtschaft bedeutet dies erhöhte Unsicherheit. Dürreperioden können Erträge bei Getreide, Mais und Ölsaaten mindern, während Starkregen Bodenerosion, Vernässung und Ernteausfälle verursachen kann. Auch die Tierhaltung könnte durch Hitze, Wasserknappheit und eine eingeschränkte Futterproduktion belastet werden. Besonders betroffen sind Regionen in Mittel- und Südamerika, Australien, Teilen Afrikas und Asiens. Dort rechnen Experten bereits mit erheblichen Ertragseinbußen und einer angespannten Versorgungslage.
Europa indirekt betroffen
Der direkte Einfluss von El Niño auf das Wetter in Europa gilt als vergleichsweise gering. Dennoch können die globalen Folgen auch hierzulande spürbar werden. Ernteausfälle in wichtigen Anbaugebieten könnten die Preise für Agrarrohstoffe und Futtermittel beeinflussen. Gleichzeitig bleibt auch Europa aufgrund des fortschreitenden Klimawandels anfällig für Hitzeperioden, Trockenheit und Starkregen.
Anpassung gewinnt an Bedeutung
Die WMO ruft Staaten und Behörden dazu auf, sich frühzeitig auf mögliche Extremereignisse vorzubereiten. Für landwirtschaftliche Betriebe gewinnen Maßnahmen zur Anpassung weiter an Bedeutung. Dazu zählen unter anderem ein effizientes Wassermanagement, der Schutz der Bodenfruchtbarkeit, widerstandsfähige Kulturen sowie Strategien zur Sicherung der Futterversorgung. Nach Einschätzung der WMO verstärkt El Niño die bereits durch den Klimawandel erhöhten Wetterrisiken zusätzlich. Eine vorausschauende Planung könne helfen, wirtschaftliche Schäden zu begrenzen und die Versorgungssicherheit zu stärken.
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