Präsident Norbert Walter

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Dürre verschärft Druck auf Wiener Stadtlandwirtschaft: LK fordert Wassermanagement-Plan

Angesichts deutlich geringerer Niederschläge fordert die Landwirtschaftskammer Wien gemeinsam mit der Stadt einen umfassenden Wassermanagement- und Wassersicherungsplan, um die regionale Lebensmittelproduktion langfristig abzusichern.

Die anhaltende Trockenheit setzt der Wiener Stadtlandwirtschaft zunehmend zu. Angesichts deutlich unterdurchschnittlicher Niederschläge fordert die Landwirtschaftskammer (LK) Wien gemeinsam mit der Stadt Wien die rasche Erarbeitung eines umfassenden Wassermanagement- und Wassersicherungsplans. Ziel sei es, die Versorgung der Bundeshauptstadt mit regionalen Lebensmitteln auch unter den Bedingungen des Klimawandels langfristig abzusichern.

Nach aktuellen Daten von GeoSphere Austria und der Österreichischen Hagelversicherung fiel in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten Wiens heuer zwischen 55 und 75 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Da rund 80 Prozent des landwirtschaftlichen Ertrags unmittelbar vom Wetter abhängen, sei die Situation ernst, betont LK-Wien-Präsident Norbert Walter. „Der Klimawandel wird häufiger zu Trockenperioden führen. Deshalb müssen wir jetzt gemeinsam mit der Stadt Wien die richtigen Maßnahmen setzen und eine langfristige Wasserstrategie entwickeln“, so Walter.

Regionale Lebensmittel brauchen sichere Wasserversorgung

Besonders betroffen sind nach Angaben der Landwirtschaftskammer der Wein-, Obst- und Gemüsebau, die auf eine verlässliche Bewässerung angewiesen sind. Gleichzeitig dürfe Wasser künftig nicht zum Konfliktthema zwischen Landwirtschaft und Stadt werden. Vielmehr brauche es ein partnerschaftliches Konzept für die Nutzung der verfügbaren Ressourcen. Die Wiener Stadtlandwirtschaft habe bereits zahlreiche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel umgesetzt. Dazu zählen der verstärkte Umstieg auf den biologischen Landbau, der Aufbau von Humus zur besseren Wasserspeicherung, optimierte Fruchtfolgen, angepasste Sortenwahl sowie wassersparende Bewässerungstechniken. In extremen Dürrejahren stoßen jedoch auch diese Maßnahmen an ihre Grenzen. Zusätzlichen Druck verursachen steigende Betriebsmittelkosten.

Ausbau der Wasserinfrastruktur gefordert

Für LK-Kammerdirektor Robert Fitzthum steht nun die gemeinsame Entwicklung konkreter Projekte mit der Stadt Wien im Mittelpunkt. Ein künftiger Wassermanagement-Plan müsse unter anderem den Ausbau der Wasserinfrastruktur und von Gemeinschaftsbewässerungsanlagen, den Einsatz digitaler Wassermanagementsysteme sowie die Förderung effizienter Bewässerungstechnologien umfassen. Darüber hinaus spricht sich die Landwirtschaftskammer für eine bessere Stromversorgung beziehungsweise Elektrifizierung von Feldbrunnen aus. Auch Bewilligungsverfahren für Brunnen sollten vereinfacht und bestehende Genehmigungen, etwa für tiefere Bohrungen oder höhere Entnahmemengen, geprüft werden. Ebenso sollen Möglichkeiten der Wasseraufbereitung und Wiederverwendung untersucht werden.

Appell an die Stadt Wien

Aus Sicht der Landwirtschaftskammer ist eine gesicherte Wasserversorgung eine zentrale Voraussetzung für die Versorgung Wiens mit regionalen Lebensmitteln. Die Stadtlandwirtschaft sei bereit, ihren Beitrag zu leisten. Nun brauche es jedoch rasch Gespräche zwischen Stadt Wien und Landwirtschaft, um einen umfassenden Wassermanagement- und Wassersicherungsplan auf den Weg zu bringen.

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