Elisabeth Buchacher

Copyright © Katharina Berger

Den Sommer konservieren - ein Portrait von Sennerein Elisabeth Buchacher

Wenn im Frühsommer das Vieh auf die Alm getrieben wird, beginnt für Elisabeth Buchacher ein anderes Leben. Drei Monate im Jahr verbringt die Bäuerin aus Rattendorf in Kärnten fernab vom Tal, dafür zwischen Weide, Wetter und Käsekessel. In der elften Folge von "Hoftor Auf" gewährt sie Einblick in einen Alltag, der vielen längst fremd geworden ist, für die alpine Kulturlandschaft aber nach wie vor unverzichtbar bleibt.

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Aufgewachsen mit der Landwirtschaft, eingeheiratet in den Betrieb

Mit dem bäuerlichen Leben ist Elisabeth Buchacher groß geworden: Sie stammt selbst von einem Bergbauernhof. Den Betrieb, den sie heute führt, hat sie jedoch nicht geerbt, sondern durch ihre Heirat übernommen. Während ihr Mann einer anderen beruflichen Tätigkeit nachgeht, trägt sie die Verantwortung für den kleinstrukturierten Hof.

Das Sennen: ein Handwerk, das man nicht aus Büchern lernt

„Das Sennen kann man nicht lernen, man muss es tun" - dieser Satz bringt auf den Punkt, worum es in der Folge im Kern geht. Buchacher schildert, wie sich das nötige Wissen nicht durch Theorie, sondern erst über Jahre praktischer Erfahrung einstellt: durch Beobachten, Wiederholen und ein Gespür dafür, wie die Milch an einem bestimmten Tag beschaffen ist. Sie nimmt die Hörerinnen mit durch den gesamten Herstellungsprozess ihres Gailtaler Almkäses, also von der morgendlichen Melkroutine über die Verarbeitung in der kleinen hofeigenen Käserei bis zum fertigen Laib. Dabei wird deutlich, welche Bedingungen eine funktionierende Käseproduktion auf der Alm überhaupt erst möglich machen: von der Hygiene in einfacher Umgebung bis zur richtigen Temperaturführung ganz ohne industrielle Ausstattung. Sie selbst sieht sich als "Konserviererin des Sommers", denn mit dem Käse bringt sie den Geschmack der Alm mit in den Winter.

Hofladen, Direktvermarktung und der Kreislauf der Landwirtschaft

Zurück im Tal führt Buchacher den Betrieb mit Hofladen und Direktvermarktung. Ausführlich spricht sie über das Prinzip des landwirtschaftlichen Kreislaufs, von dem die Familie lebt: Man versorgt sich weitgehend selbst, mit eigenem Fleisch, eigenem Käse, eigenem Gemüse. Für sie ist dieser Kreislaufgedanke nicht nur ein wirtschaftliches Prinzip, sondern eine Haltung gegenüber Ressourcen, Tieren und Landschaft.

Durch das gesamte Gespräch zieht sich Buchachers Überzeugung, wie wichtig gerade kleinstrukturierte Betriebe für den Erhalt der alpinen Landschaft sind. Mit jedem Hof, der aufgegeben wird, geht ihrer Einschätzung nach auch ein Stück gepflegter Kulturlandschaft verloren. Gleichzeitig ist in jedem Satz spürbar, wie sehr sie ihre Arbeit liebt: den Umgang mit den Tieren, das Käsen, das Leben auf der Alm.

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