Stallunterricht

Copyright © agrarfoto.com

Schwerpunkt Bildung: Jede Menge Agrarwissen und die Matura in der Tasche

Teil 3: Wer nach der Pflichtschule eine höhere Schule besuchen und gleichzeitig eine fachliche Ausbildung in einem land- oder forstwirtschaftlichen Bereich erwerben möchte, findet an den höheren Bundeslehranstalten ein besonders breites Angebot.

Die Fachrichtungen reichen von Landwirtschaft und Ernährung über Landwirtschaft, Landtechnik und Lebensmittel- und Biotechnologie bis zu Gartenbau, Wein- und Obstbau, Forstwirtschaft, Umwelt- und Ressourcenmanagement sowie Informationstechnologie in der Landwirtschaft.

Technischer Schwerpunkt

Wer sich für Maschinen, Automatisierung und technische Lösungen interessiert, kann sich beispielsweise in Richtung Landtechnik orientieren. Am Francisco Josephinum in Wieselburg wird darüber hinaus Informationstechnologie in der Landwirtschaft angeboten.

Wer sich stärker für Lebensmittel interessiert, dem empfiehlt sich die Fachrichtung Lebensmittel- und Biotechnologie. Für Natur- und Landschaftsthemen gibt es Umwelt- und Ressourcenmanagement oder Garten- und Landschaftsgestaltung. Wein- und Obstbau, Forstwirtschaft und Gartenbau ermöglichen wiederum eine Spezialisierung auf bestimmte Produktionsbereiche. Die Schulen verbinden Fachausbildung mit Allgemeinbildung, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Unternehmenskompetenz, Fremdsprachen und Persönlichkeitsbildung. Projekt- und praxisorientierter Unterricht soll zudem selbstständiges und verantwortungsvolles Arbeiten fördern.

Fünf Jahre bis zur Matura

Die klassische Ausbildung dauert fünf Jahre. Sie endet mit der Reife- und Diplomprüfung und eröffnet damit den Zugang zu Universitäten oder Fachhochschulen. Wer bereits eine land- und forstwirtschaftliche Fachschule abgeschlossen hat, kann außerdem einen dreijährigen Aufbaulehrgang besuchen.

Dieser wird derzeit unter anderem in Raumberg, Wieselburg, Pitzelstätten, Ursprung oder an der HBLFA Tirol angeboten. Auch dieser Weg endet mit der Matura. Ein wichtiger Bestandteil der fünfjährigen Ausbildung sind außerdem Pflichtpraktika. Insgesamt sind je nach Lehrplan 18 beziehungsweise 22 Wochen vorgesehen. Die Praxis kann auch im Ausland absolviert werden.

Lesen Sie auch:Teil 4: Vom Hörsaal auf den Acker

Kurzinterview: Landwirtschaftliche Schule als optimale Basis

In der Agrarbildung führen viele Wege zum Fachabschluss. Schüler Jonas Kepplinger erzählt im Kurzinterview, wofür er sich entschieden hat.

Copyright © Kepplinger Jonas

Der Oberösterreicher besucht derzeit die vierte Klasse der HLBLA St. Florian.

BauernZeitung: Warum hast du dich für die HBLA St. Florian entschieden?

KEPPLINGER: Ich wollte eine landwirtschaftliche Ausbildung mit Matura-Abschluss. Beim Tag der offenen Tür bekam ich erste Einblicke und es hat mir gleich gut gefallen.

Was hat dich an der Ausbildung bislang überrascht und was lernen Außenstehende oft nicht über die Schule?

Meist erkennt man die Zusammenhänge nicht auf den ersten Blick, jedoch ist fächerübergreifender Unterricht wichtig, wie zum Beispiel Chemie und Nutztierhaltung. Außenstehende wissen oft nicht, dass an der HLBLA St. Florian umfassende landwirtschaftliche Ausbildung über alle Sparten angeboten wird.

Welche Fähigkeiten hast du während deiner Ausbildung bisher besonders weiterentwickelt – fachlich, aber auch persönlich?

Durch die Praktika im In- und Ausland habe ich viele verschiedene fachliche Fähigkeiten erlernt. Unter den Schulkameraden entsteht ein wertvolles Netzwerk für den Austausch, durch das Leben im Internat oder in Wohngemeinschaften aber auch sehr gute Freundschaften.

Welche beruflichen Möglichkeiten siehst du nach der Matura? Hast du schon eine Vorstellung, ob du einen Betrieb übernehmen, studieren oder direkt ins Berufsleben einsteigen möchtest?

In ein paar Jahren möchte ich den elterlichen Betrieb übernehmen, jedoch zuvor noch Praxis sammeln, eventuell auch im Ausland.

Was würdest du Jugendlichen raten, die sich für Landwirtschaft interessieren, aber noch unsicher sind, ob eine landwirtschaftliche Ausbildung das Richtige für sie ist?

Eine landwirtschaftliche Ausbildung bietet für viele Berufe eine optimale Basis.

Alle BMLUK-Schulen

Weitere Artikel