Schwerpunkt Bildung: Lernen und Arbeiten in der Landwirtschaft

Wer heute in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten möchte, hat in der Ausbildung viele Optionen. Von den Fach- und Berufsschulen und Höheren berufsbildenden Schulen bis zu Fachhochschulen und Universitäten reicht das Angebot. Ein Überblick über die wichtigsten Möglichkeiten.

Kaelberfuetterung in der Schule

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Die Landwirtschaft befindet sich im Wandel. Moderne Betriebe sind heute nicht nur Produktionsstätten für Lebensmittel, sondern vor allem Unternehmen, die wirtschaftlich bestehen müssen, mehr und mehr digitale Technologien einsetzen und zugleich Antworten auf Fragen des Umweltschutzes finden müssen. Entsprechend vielfältig hat sich auch das agrarische Bildungsangebot in Österreich entwickelt.

Agrarschulen in ganz Österreich

Während viele Jugendliche ihren Einstieg über eine land- und forstwirtschaftliche Fachschule finden, entscheiden sich andere für eine höhere Bundeslehranstalt, ein Fach­hoch­schul­studium oder ein Universitäts­studium. Das Besondere am österreichischen System: Die einzelnen Bildungswege bauen aufeinander auf und ermöglichen zahlreiche Anschluss­möglichkeiten.

Österreich verfügt über eines der dichtesten agrarischen Bildungsnetze Europas. Insgesamt gibt es etwa 90 verschiedene Ausbildungseinrichtungen, die sich auf unterschiedliche Ausbildungsformen verteilen. Dazu zählen land- und forstwirtschaftliche Fachschulen, höhere landwirtschaftliche Schulen, private höhere Schulen, die Bundesforstfachschule sowie die Boku und die Fachschulen.

Insgesamt besuchen mehr als 17.000 Schülerinnen und Schüler eine land- oder forstwirtschaftliche Schule. Die Zahlen zeigen, dass das Interesse an einer Ausbildung in der Land- und Forstwirtschaft stabil bleibt, wenn nicht sogar steigt. Agrarschulen verzeichneten in den vergangenen Jahren sogar ein Anmeldungsplus von knapp zwei Prozent.

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Vom Facharbeiter bis zur Matura

Die Ausbildungsmöglichkeiten beginnen bereits nach der Pflichtschule. Einen besonders praxisorientierten Weg bieten die landwirtschaftlichen Fachschulen. Österreichweit gibt es vom Landwirtschaftsministerium 16 anerkannte land- und forstwirtschaftliche Lehrberufe, darunter Landwirtschaft, Gartenbau, Weinbau und Kellerwirtschaft, Forstwirtschaft, Pferdewirtschaft, Bienenwirtschaft oder Berufsjagdwirtschaft. Diese können allesamt in Verbindung mit der LFS erlernt werden. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Auch ein Abschluss über den zweiten Bildungsweg ist möglich.

Daran anschließend besteht die Möglichkeit einer Meisterausbildung. Die Fachschulen verbindet Allgemeinbildung mit einer intensiven praktischen Ausbildung und bereiten auf die Facharbeiterprüfung sowie auf die spätere Betriebsführung vor. Anschließend stehen unter anderem die Berufsreifeprüfung, die Meisterausbildung oder ein Aufbaulehrgang an einer höheren Bundeslehranstalt offen. Die höheren Bundeslehranstalten führen innerhalb von fünf Jahren zur Reife- und Diplomprüfung. Angeboten werden unter anderem Fachrichtungen wie Landwirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung, Landtechnik, Lebensmittel- und Biotechnologie, Gartenbau, Wein- und Obstbau, Forstwirtschaft, Umwelt- und Ressourcenmanagement oder Informationstechnologie in der Landwirtschaft.

Agrarische Studien an Hochschulen

Nach der Matura stehen zahlreiche akademische Bildungswege offen. Österreich verfügt über sechs Hochschul- und Universitätseinrichtungen mit agrarischem Schwerpunkt. Dazu zählen die Universität für Bodenkultur Wien (Boku), die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni), die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP) sowie Fachhochschulen mit agrarbezogenen Studienangeboten in Niederösterreich (Wieselburg), in Oberösterreich (Steyr und Wels) und im Burgenland.

Die Boku gilt als eine der führenden Life-Sciences-Universitäten Europas und verbindet Agrarwissenschaften mit Nachhaltigkeit, Ressourcenmanagement, Lebensmittelwissenschaften sowie Umwelt- und Naturwissenschaften. Die Veterinär­medizinische Universität bildet Tierärztinnen und Tierärzte aus und spielt insbesondere für die Nutztierhaltung und Tiergesundheit eine zentrale Rolle. Die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik wiederum qualifiziert Lehrkräfte sowie Beraterinnen und Berater für den Agrar- und Umweltbereich. Angeboten werden sechs Bachelor- und zwei Masterstudien sowie verschiedene Hochschullehrgänge und Weiterbildungsprogramme.

Ergänzt wird das Angebot durch Fachhochschulen mit Schwerpunkten in Agrartechnologie, Smart Farming, Digitalisierung, Agrarmanagement oder Weinmarketing. Damit deckt die akademische Ausbildung heute ein deutlich breiteres Spektrum ab als die klassische Landwirtschaft allein.

Mehr zum Thema:Teil 2: Schwerpunkte der ­land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen

Fakten zur ­Agrarausbildung in Österreich:

  • Mehr als 80 Agrarschulen bieten österreichweit eine Ausbildung in der Land- und Forstwirtschaft.

  • Mehr als 17.000 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit eine land- oder forstwirtschaftliche Schule.

  • 70 landwirtschaftliche Fachschulen bilden das Fundament der agrarischen Ausbildung.

  • Elf höhere Bundeslehranstalten bieten eine Matura mit Schwerpunkt in zehn verschiedenen Fachrichtungen.

  • Anerkannte Lehrberufe ermöglichen eine praxisorientierte Ausbildung im Agrarsektor.

  • Hochschulen und Universitäten bieten agrarische und landwirtschaftsnahe Studiengänge an.

  • Die Ausbildung ist durchlässig: Von der Lehre oder Fachschule führen viele Wege bis zum Hochschulabschluss.

  • Vielfältige Karrierechancen: Agrarabsolventinnen und -absolventen arbeiten in Landwirtschaft, Agrartechnik, Beratung, Forschung, Lebensmittelwirtschaft oder Verwaltung.

  • Praxis steht im Mittelpunkt: Unterricht, Lehrbetriebe, Versuchswirtschaften und Praktika sind fixer Bestandteil aller Ausbildungswege.

  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehören heutzutage zu den wichtigsten Ausbildungsinhalten.

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