Grubber

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Beim Stoppelsturz keine Zeit verlieren

Trotz jüngster Regenfälle ist es in weiten Teilen Österreichs nach wie vor zu trocken. Hier einige Tipps für die Bodenbearbeitung nach der Getreide- und Rapsernte.

Der Stoppelsturz nach dem Drusch der Winterungen gehört in der pflanzenbaulichen Praxis zum guten Ton. Die Gründe sind bekannt: Ausfallgetreide und -raps sowie Unkrautsamen sollen möglichst rasch zum Auflaufen gebracht und die Strohrotte angeregt werden.

Ob der großen Niederschlagsdefizite ist dabei heuer jedoch Fingerspitzengefühl angesagt. Im Osten der Republik ist der Stoppelsturz bereits vielfach abgeschlossen. Einzelne Landwirte scheinen ob der Trockenheit aber noch unschlüssig, wie nun vorzugehen ist. Ziel muss es jedenfalls sein, möglichst viel des noch vorhandenen Wassers im Boden zu halten. Lange Zeit galt die Lehrbuchmeinung, dass die Kapillaren mit einer flachen Bearbeitung sofort zu brechen seien, als Nonplusultra. Erkenntnissen des deutschen Thünen-Instituts zufolge könne dieser Isoliereffekt aber auch bei einer ausreichend dicken Schicht an Strohhäcksel (und einer wohl geringen Stoppelhöhe) erreicht werden. Hier sei auf eine gleichmäßige Verteilung und ausreichend kurze Häcksellänge zu achten.

Ausreichend Ernterückstände isolieren

Das richtige Strohmanagement (hoher Spleißgrad der Häcksel, keine Haufenbildung) ist auch Voraussetzung für die Stoppelbearbeitung. Unter trockenen Bedingungen raten die Fachberater der LK hierzulande weiterhin zu einem sofortigen ersten Bearbeitungsschritt, um die Verdunstung über die Stoppeln zu stoppen. Diese solle heuer mit der vorhandenen Technik so seicht wie irgend möglich erfolgen.

Zur Einordnung: Bei einer Bearbeitungstiefe von acht bis zehn Zentimetern verbleiben laut Angaben der „Boden.Wasser.Schutz.Beratung“ lediglich 30 bis 40 Prozent der Erntereste an der Oberfläche. Die Folge: Der Bearbeitungshorizont trocknet binnen kürzester Zeit aus.

Auch eine übermäßige Erhitzung des Oberbodens führt dann zu massiven Schäden. Unbedeckter Boden kann sich in der Sommersonne in den obersten Zentimetern auf bis zu 50 Grad Celsius erhitzen. Diese hohen Temperaturen richten schwere Schäden im Bodenleben an. Ab einer Temperatur von 44 Grad Celsius denaturieren Eiweiße, aus denen auch Bakterien und Pilze zum Großteil bestehen. Diese sterben somit an Hitzetagen rasch ab. Ihre Funktion stellen sie bereits ab einer Temperatur von 30 Grad Celsius ein.

Dem Temperaturanstieg kann durch eine ausreichende Mulchauflage mit Ernteresten und einem raschen Begrünungsanbau gegengesteuert werden. Von einer tieferen mehrmaligen Bearbeitung, etwa um Problemunkräuter zu regulieren, ist heuer jedenfalls abzusehen.

Seicht ist Trumpf

Anzustreben seien den Experten zufolge heuer lediglich drei Zentimeter Arbeitstiefe. Aber Achtung: Ein ganzflächiger Schnitt über die gesamte Arbeitsbreite des Anbaugeräts muss dennoch gewährleistet sein. Die LK-Fachberater raten dazu, dies zu Beginn der Bearbeitung durch Entfernen der aufgeworfenen Feinerde mehrmals zu prüfen.

Ob Kurzscheibenegge oder Grubber mit den verschiedenen Scharformen Verwendung finden, hängt von der Bodenschwere ab. Was die Nachlaufwerkzeuge betrifft, wären geschlossene Walzen heuer das Mittel der Wahl. Deren Effekt bei der Eindämmung der Verdunstung ist größer als jener von offenen (Stab-)Walzen.

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