Ohne intakte Ökosysteme und funktionierende Bestäuberpopulationen steht die Grundlage der globalen Lebensmittelproduktion auf dem Spiel. Das war der Tenor auf dem BeeWild Kongress 2026 in Wien, bei dem Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft zusammenkamen. SPAR-Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter Markus Kaser nutzte dabei die Bühne für ein klares Bekenntnis: „Wir sind in Österreich in Summe gesegnet mit großartigen und innovativen Landwirten. Das ist den Menschen oft gar nicht so bewusst."
Wirtschaftliche Risiken rücken in den Vordergrund
Dass Biodiversität kein rein idealistisches Anliegen ist, unterstrich Ökonomin Sigrid Stagl mit konkreten Zahlen: Weltweit fließen derzeit neun Billionen Dollar in die umweltfreundliche Transformation. Würde man untätig bleiben, käme es künftig drei- bis fünfmal teurer. Extremwetterereignisse und der Verlust natürlicher Lebensräume treiben die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette nach oben und erhöhen die Volatilität auf den Lebensmittelmärkten.
10:1-Modell: Biodiversität und Ertrag zusammendenken
Ein praxisnaher Ansatz kommt von der österreichischen Initiative BeeWild, gegründet von Frutura-Geschäftsführer Manfred Hohensinner. Das sogenannte 10:1-Modell sieht vor, dass Landwirte pro zehn Hektar Anbaufläche einen zusätzlichen Hektar als Biodiversitätsfläche anlegen. Das soll nicht nur der Natur nützen, sondern auch Bodenqualität und Wasserfiltration verbessern und als natürlicher Schutz vor Starkregen und Dürren wirken, also handfeste betriebliche Vorteile bringen.
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