Der Themenschwerpunkt läuft ab dem 14. September auf Infoscreens in und um öffentliche Verkehrsmittel in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Wels, Bregenz, Eisenstadt und Steyr. Gezeigt werden Kurzportraits von 73 Bäuerinnen in Bild und Video, ergänzt um redaktionelle Beiträge zu den Lebenswelten moderner Landwirtinnen. Sowohl die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) als auch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (BMLUK) unterstützten das Infoscreen-Team bei der inhaltlichen Erarbeitung.
Aufruf bei Bundesbäuerinnentag gestartet
Die Entscheidung, den Bäuerinnen heuer einen fixen Platz im Programm zu geben, sei bereits bei der Programmplanung im vergangenen Jahr gefallen, erklärt Infoscreen-Programmdirektorin Stefanie Paffendorf. Für die konkrete inhaltliche Umsetzung wandte sich ihr Team an BMLUK und LKÖ und erhielt im Zuge dessen eine Einladung zum Bundesbäuerinnentag im April in Feldkirch. Dort stellten Paffendorf und zwei Kollegen den Themenschwerpunkt vor und riefen die Bäuerinnen auf, persönliche Kurzportraits einzusenden.
Zusätzlich unterstützt wurde der Aufruf durch Social-Media-Postings von BMLUK und LKÖ. Die Resonanz sei überwältigend gewesen, so Paffendorf: 73 Bäuerinnen reichten Fotos, Videos und Kurztexte zu ihrem beruflichen Alltag ein. Auch die Qualität der Beiträge habe die Erwartungen übertroffen, ausnahmslos alle Einsendungen würden nun gesendet.
Breites Spektrum landwirtschaftlicher Berufe
Die 73 jeweils 25 Sekunden langen Portraits zeigen ein vielfältiges Bild landwirtschaftlicher Tätigkeiten: Unter anderem stellen sich eine Wagyu-Rinderzüchterin aus dem Mühlviertel sowie Bäuerinnen aus den Bereichen tiergestützte Pädagogik, Bio-Kräuteranbau, biodynamischer Weinbau und Fischzucht vor, ebenso Landwirtinnen, die Viehzucht und Ackerbau betreiben oder Bergbauernhöfe und Almen bewirtschaften. Begleitend liefert der Themenschwerpunkt in Wissensformaten wie „Die Welt in Zahlen", „Für helle Köpfe" und „Quiz" zusätzliche Hintergrundinformationen.
Dazu zählt etwa, dass mehr als ein Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich von Frauen geleitet wird. Die durchschnittliche Pension von Frauen in der Landwirtschaft liegt mit 813 Euro deutlich unter jener ihrer männlichen Kollegen. Bäuerinnen leisteten, oft unbemerkt, Unentbehrliches für Ernährungssicherheit, Landschaftspflege und das gesellschaftliche Zusammenleben, so Paffendorf.
LKÖ: „Zeitpunkt perfekt"
Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger bezeichnet den Themenschwerpunkt als unerwartetes Geschenk für alle Bäuerinnen in Österreich. Gerade nach der Trockenheit, die die Landwirtschaft existenziell bedrohe, sei der Zeitpunkt günstig, um die Arbeit der Bäuerinnen einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Mit täglich 938.000 Zuseherinnen und Zusehern sei Infoscreen dafür das passende Medium, so Neumann-Hartberger. Ziel sei es, die Lebenswelt der Bäuerinnen auch jenen Menschen näherzubringen, die selten damit in Kontakt kommen.
Direktkontakt zwischen Hof und Konsumenten
Bereits jetzt beteiligen sich 600 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich an der Aktion „Schule am Bauernhof". Jährlich finden rund 4.700 Lehrausgänge auf Bauernhöfe statt, an denen etwa 90.000 Kinder teilnehmen. Dass dieser persönliche Kontakt sich auch wirtschaftlich niederschlägt, zeigt der Direktverkauf: Rund drei Viertel des Umsatzes erwirtschaften Direktvermarktungsbetriebe mit Konsumentinnen und Konsumenten im Umkreis von 50 Kilometern. Vor allem im städtischen Bereich solle das Kennenlernen landwirtschaftlicher Arbeit und bäuerlicher Produkte künftig weiter intensiviert werden, erklärt Neumann-Hartberger.
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