Augen auf beim Futterkauf

Porträt Clemens Wieltsch

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Gelegenheit macht Diebe, das gilt durch die heurige Dürre im Handel mit Futtermitteln mehr denn je. Die ungebrochen hohe Nachfrage nach allen Grundfuttermitteln trieb die Preise in halb Europa in teils astronomische Höhen. Im August wurde im Süden Österreichs ein erster mutmaßlicher Betrugsfall mit Scheininseraten bekannt. Anzahlungen wurden geleistet, danach herrschte Funkstille, das inserierte Futter gab es wohl nie.

Seitens der LK wird immer wieder betont, seinen Bedarf nur bei bekannten Händlern einzumelden, von allzu verlockenden Online-Anzeigen lässt man besser die Finger. Das gilt auch, wenn Zukauffutter zwar geliefert wird, aber nicht den Anforderungen an eine wiederkäuergerechte Ration entspricht. Die sensorische Prüfung bei der Anlieferung ist ohnehin Pflicht. Beim dieser Tage omnipräsenten Silomaisballen lässt das Ballengewicht einen groben Rückschluss auf den gehäckselten Bestand zu. Ballen von Flächen mit kaum oder gar keinen Kolben wiegen deutlich weniger, hört man von Lohnunternehmern. Eine Analyse im zertifizierten Labor ist aktuell dennoch Trumpf und hilft für kleines Geld langfristig hohe (Tierarzt-)Kosten zu sparen. Liegen Probendaten vor, kann damit die Verwendung in der Ration gezielt geplant und berechnet werden. In der Praxis lassen sich so geringwertigere Zukauf-Komponenten zumindest aufgestreckt mit eigener Ernte noch sinnvoll verwerten. Optimistisch stimmen Initiativen des Landhandels und des Maschinenrings. Letzterer hat in Oberösterreich rund 350 Hektar Ackerfläche viehloser Betriebe für den Feldfutteranbau vermittelt. Nachahmung erwünscht.

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