Der Boden ist trocken, Niederschläge bleiben aus und vielerorts rechnen Ackerbaubetriebe heuer mit deutlichen Ertragseinbußen. Genau unter diesen Bedingungen sollen in Großnondorf künftig neue Sorten zeigen, was in ihnen steckt. Mit dem Neubau der Ages-Versuchsstation entsteht im pannonischen Trockengebiet ein Forschungsstandort, an dem Pflanzen unter jenen Bedingungen geprüft werden, mit denen viele Betriebe schon heute wirtschaften müssen.
Beim Spatenstich bezeichnete Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig den Neubau als Investition in die Zukunft der heimischen Lebensmittelproduktion. „Mit dem neuen Forschungszentrum in Großnondorf investieren wir in Forschung und Innovation für Sorten, die auch mit weniger Wasser stabile Erträge liefern und Hitze besser standhalten.“ Klimafitte Sorten seien ein entscheidender Baustein, um die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln langfristig abzusichern. Gerade angesichts zunehmender Wetterextreme brauche die Landwirtschaft wissenschaftlich fundierte Lösungen, die direkt auf den Betrieben ankommen.
Trockenstress als entscheidender Faktor
Unter den acht landwirtschaftlichen Versuchsstationen der Ages nimmt Großnondorf eine Sonderstellung ein. Der Standort repräsentiert rund 250.000 Hektar Ackerfläche im pannonischen Trockengebiet. Anders als an vielen anderen Versuchsstandorten wird hier bewusst nicht bewässert. Nur so lasse sich feststellen, welche Sorten Trockenstress tatsächlich standhalten und auch unter schwierigen Bedingungen Ertrag und Qualität sichern.
Geprüft werden unter anderem Getreide, Mais, Sojabohne, Sonnenblume, Kartoffel und Zuckerrübe. Erst wenn neue Sorten im Versuch überzeugen, erhalten sie eine Zulassung für den österreichischen Markt. Gleichzeitig liefern die Versuche wertvolle Erkenntnisse für Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz, Düngung und Wassermanagement.
Copyright © BZ/ Stift
Die neue Ages-Versuchsstation soll bis Jahresende fertiggestellt werden.
Ages-Geschäftsführer Anton Reinl verwies darauf, dass die bisherige Versuchsstation als einziger der acht Standorte nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprochen habe. Nach dem Planungsbeginn im Jahr 2022 sei der Neubau nun auf der Zielgeraden. „Es ist Zeit, dass wir hier einen zeitgemäßen Standort errichten“, sagte Reinl.
Forschung mit Nutzen für die Betriebe
Für Ages-Institutsleiterin Elisabeth Jöchlinger liegt die besondere Stärke des Standorts in den über Jahrzehnten aufgebauten Versuchsreihen. Die unabhängige Sortenprüfung und die dabei gewonnenen Langzeitdaten liefern eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Züchtung, Beratung und landwirtschaftliche Praxis. Damit erhalten Bäuerinnen und Bauern verlässliche Informationen darüber, welche Sorten unter den jeweiligen Standortbedingungen das größte Potenzial haben.
Auch Bürgermeister Roland Weber sieht im Neubau weit mehr als ein Bauprojekt. Die Gemeinde habe den Standort über Jahre begleitet und die erforderlichen Flächen bereitgestellt. Gleichzeitig sichere die Versuchsstation qualifizierte Arbeitsplätze in der Region. Gerade weil in Großnondorf bewusst ohne Bewässerung gearbeitet wird, dürften die Ergebnisse künftig weit über das Weinviertel hinaus Bedeutung haben. Was hier auf den Versuchsfeldern besteht, könnte schon in wenigen Jahren auf Österreichs Äckern zum Standard werden.
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))