Allzeithoch bei Erdölimporten und stagnierender Anteil erneuerbarer Energie

Österreich hat im Vorjahr gegenüber 2018 um 5 % mehr fossile Energieträger importiert, ist der neuen Energiebilanz 2019 der Statistik Austria zu entnehmen. Bei Erdöl erreichte die Importmenge gar ein Allzeithoch. Bei der inländischen Erzeugung von Rohenergie gab es bei Erdöl (–5 %) und Erdgas (–10 %) deutliche Rückgänge. Damit stieg die Importabhängigkeit Österreichs von Erdöl auf 95 % und von Erdgas auf 90 % an. Bei Kohle ist Österreich seit Jahren zu 100 % importabhängig. „Unsere wachsende Abhängigkeit von fossilen Energieimporten, die oft aus Krisengebieten stammen, ist bedenklich“, kommentiert Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Bioenergie wird zu 99 % im Inland erzeugt und bietet vielfältige Lösungen zum Ersatz fossiler Rohstoffe.“

Öl, Gas und Kohle decken mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs

Der Bruttoinlandsverbrauch an Energie ist in Österreich 2019 um etwa 2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen und bewegte sich damit auf dem Niveau der bisherigen Rekordjahre 2010 und 2017. Der Anteil der fossilen Energieträger Erdöl (37,2 %), Erdgas (22,1 %) und Kohle (8,2 %) am Bruttoinlandsverbrauch summiert sich auf 67,5 %. Wie der Verbrauch fossiler Energieträger nahm auch der Einsatz erneuerbarer Energieträger zu (+3,4 %). Dies führte zu einem geringfügigen Anstieg des seit Jahren stagnierenden Anteils erneuerbarer Energien am Bruttoinlandsverbrauch im Vergleich zu 2018 von 29,4 auf 29,8 %. Der Einsatz von Bioenergie war 2019 um 1,5 % rückgängig, trotzdem bleibt Bioenergie mit einem Anteil von 53 % wichtigste erneuerbare Energiequelle in Österreich. 

Freiwerdende Bioenergiepotenziale zum Ausstieg aus Fossilenergien nutzen

„Während unsere Waldbesitzer 2019 aufgrund extremer Trockenheit mit nie dagewesenen Käferholzmengen konfrontiert waren, mussten zahlreiche Holzkraftwerke wegen unsicherer Rahmenbedingungen zusperren. Als Folge ist die Stromproduktion der Holzkraftwerke 2019 um 20 % zurückgegangen“, analysiert Titschenbacher. „Hier muss das neue EAG dringend gegensteuern und das Regierungsziel – den Ausbau der Stromerzeugung aus fester Biomasse auf 3 TWh und die Einspeisung von 5 TWh grünem Gas umsetzen. Bestehende Anlagen müssen rasch abgesichert werden.“ Die aus Biomasse erzeugte Fernwärme blieb 2019 etwa konstant, dagegen stieg die Fernwärmeproduktion aus Kohlekraftwerken gegenüber 2018 um 60 %.
(M.S.)

 

- Bildquellen -

  • BIV 1970 2019: Österreichischer Biomasse-Verband
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