Unter dem Arbeitstitel „Perspektive Landwirtschaft“ skizzierte Pöschl die Zielsetzungen der Agrarmarketing Tirol: Dazu gehört die Schaffung von gemeinsamen strategischen Rahmenbedingungen zur positiven Weiterentwicklung der Tiroler Landwirtschaft sowie zur Sicherung ihrer Aufgaben im Bereich Lebensmittelproduktion und Kulturlandschaftspflege, die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette, sowohl in der Produktion, ein faires Gleichgewicht in der regionalen Wertschöpfungskette, die Sicherstellung der Nahversorgung der Tiroler Bevölkerung mit regionalen, qualitativ hochwertigen und gesunden Lebensmitteln sowie die Erhaltung einer multifunktionalen Kulturlandschaft als Grundlage der Lebensqualität für den gesamten Lebensraum Tirol.

In einem Perspektivenprozess sollen die Bereiche Gesundheit, Tourismus und Landwirtschaft unter Einbeziehung von Experten sowie Bäuerinnen und Bauern analysiert werden und im Anschluss zu Maßnahmen und Handlungsempfehlungen führen. Dabei geht es u. a. um die Entfremdung von Landwirtschaft und Gesellschaft, die Landwirtschaft als Bereitsteller öffentlicher Güter wie Wasser, Boden, Umwelt, Landschaft, das Konsumentenvertrauen, marktorientiertes Denken und die Entwicklung von Produkten, die sich an Trends orientieren. Weitere Themen sind Image und Attraktivität des Berufes LandwirtIn, Angebotsbündelung und Kooperationen innerhalb der Tiroler Landwirtschaft sowie der Umstand, dass Marktpotenziale in Tourismus und Gastronomie unzureichend erschlossen sind.

Servicecenter Betriebsentwicklung & Innovation

Geplant ist daher ein Servicecenter Betriebsentwicklung & Innovation als erste Anlaufstelle für Betriebsberatung zur landwirtschaftlichen Lebensmittelproduktion. Partner der Agrarmarketing sind dabei die Landwirtschaftskammer Tirol und die Standortagentur Tirol. Ziel ist es, Bäuerinnen und Bauern bei der Konkrektisierung und Umsetzung von neuen Ideen nach dem „One-Stop-Prinzip“ aus einer Hand zu informieren und zu begleiten und ihnen auch Zugang zu neuen Informationsangeboten zu geben.

Ein weiterer Schwerpunkt wird das Thema „Gesund Tirol“ sein, das von Lebensraum Tirol heuer angestoßen wird. Dabei übernimmt die Agrarmarketing Tirol naturgemäß den Part der gesunden Ernährung. Geplant sind Produktanalysen, gezielte Produktentwicklung, „Tiroler Superfood“, die Entwicklung eines „Leitfadens gesunde, regionale Ernährung“ sowie von „Tiroler Genussteller“ und „Tiroler Ernährungsberg“.

Erfreuliches konnte Pöschl von Projekten der letzten Monate berichten: So sind zum Beispiel die 60 „Zweitplatzierungsmöbel“, die in 30 MPREIS-Filialen aufgestellt wurden, bestens angekommen. Darin werden Produkte von Bio vom Berg gebündelt und gut sichtbar angeboten: „Das hat zur unglaublichen Steigerung des Umsatzes um 100 bis 200 Prozent geführt“, freut sich Pöschl. Die Palette von zuletzt eingeführten neuen Produkten reicht vom Stanzer Zwetschken Chutney über Säfte, verschiedene Käse (Tilsiter, Almkäse, Bio Felsenkaiser) bis zu Rindersaft- und Lammschinken.

Agrarmarketing-GF Matthias Pöschl

Für die nächste Zeit ist die Einführung von Karotten, Jungzwiebeln, Schlipfkrapfen, Apfelstrudel, Bio Tiroler Bergkäse g.U. , Fertiggerichten von Kalb und Rind, Ofen- und Grill-Erdäpfeln sowie Weizenmehl mit dem Gütesiegel „Qualität Tirol“ geplant. Weitergeführt wird auch die Kampagen „Ich sag, wo’s herkommt“ zur freiwilligen Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie.

Die Kampagne „Genussmomente“ mit Spots in Kino und Online sowie in Printmedien und auf Plakaten ist bereits im Laufen.

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AUTORAndreas Humer
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